Anleger sollten mindestens drei Netto-Gehälter flüssig haben
Tagesgeldkonten sind ein guter Parkplatz

Manchmal zahlt sich Bescheidenheit aus. Wer in den vergangenen fünf Jahren auf hohe Renditen und den Deutschen Aktienindex (Dax) gesetzt hat, hat von 20 000 Euro 6 660 Euro beziehungsweise ein Drittel eingebüßt. Hingegen ließen sich mit vermeintlich langweiligem Festgeld oder Tagesgeld mit einem durchschnittlichen Zinssatz von drei Prozent immerhin 3 184 Euro verdienen.

FRANKFURT/M. Nach den Erfahrungen mit der Aktienbaisse und der schlechten Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage zählt für viele Anleger nur noch die sichere Rendite. „Viele haben die Hälfte ihres Vermögens und mehr auf dem Geldmarktkonto liegen“, berichtet Harald Norbisrath, Vertriebsleiter für private Kunden bei der Frankfurter Sparkasse (Fraspa). „Mit Anlageentscheidungen tun sie sich derzeit schwer“, meint er. Bei den niedrigen Zinsen falle es Anlegern schwer, attraktive Alternativen zum Geldmarkt zu finden, bestätigt Stefan-Manfred Kerwer, Leiter passives Produktmanagement bei der Commerzbank. Um auf bessere Anlagechancen zu warten, empfehlen Anlagestrategen der Commerzbank privaten Kunden derzeit denn auch, ihren Anteil liquider Mittel am Anlagevermögen mit zehn Prozent relativ hoch zu halten.

Die aktuellen Konditionen für Festgeld und Tagesgeld im pdf-Format.

Wie viel Kapital jemand parkt, um es bei Bedarf schnell zur Hand zu haben, hängt von persönlichen Umständen und vom Risikoempfinden ab. Bankberater nennen folgende Faustregeln: Um für einen überraschenden Geldbedarf gewappnet zu sein, sollte man das Dreifache seines monatlichen Netto-Einkommens parken. Aktuell rät Norbisrath sogar dazu, bis zum Sechsfachen des Einkommens flüssig zu halten, auch um Anlagechancen wahrnehmen zu können. Zudem sollten Privatanleger auf ein bis zwei Zehntel ihres Vermögens zugreifen können.

Geparktes Geld sollte schnell und ohne Kapitalverlust kurzfristig verfügbar sein. Das heißt aber auch, dass sich keine allzu hohen Renditen erzielen lassen.

Zu den attraktivsten Möglichkeiten, Kapital zu parken, zählen derzeit Tages- und Festgeldkonten. Für das täglich verfügbare Tagesgeld zahlen Banken in der Spitze immerhin noch über drei Prozent Zinsen. Die Konditionen können sich aber rasch ändern. Verbraucherschützer warnen zudem davor, dass manche Bankhäuser mit überdurchschnittlichen Konditionen neue Kunden anlocken, um dann ihre Zinssätze nach kurzer Zeit auf den Marktdurchschnitt zu senken. Das Wertpapierhaus WPH Driver & Bengsch, das mit 3,5 Prozent derzeit den besten Tagesgeldsatz bietet, garantiert neuen Kunden diesen Zinssatz jeweils für drei Monate. Das Bankhaus August Lenz, eine Tochter der italienischen Banca Mediolanum, garantiert den Zinssatz von 3,1 Prozent nach eigenen Angaben bis zum Jahresende. Achten sollten Anleger auch auf Höchstsummen: So zahlt Driver & Bengsch den Spitzenzins nur bis zu einer Anlagesumme von bis zu 25 000 Euro. Bei den anderen genannten Anbietern liegt die Höchstgrenze aber bei 100 000 Euro.

Festgeld bringt derzeit ähnlich viel wie Tagesgeld, allerdings hat man bis zu 3,5 Prozent sicher. Wermutstropfen der Spitzenangebote: Bei den vier attraktivsten Angeboten sind höchstens 20 000 Euro abgesichert.

Mehr Rendite haben in den vergangenen zwölf Monaten nur gute Geldmarktfonds erzielt, die in der Spitze knapp vier Prozent einbrachten. Allerdings werfen die meisten Geldmarktfonds weniger als drei Prozent ab.

Die Fonds weisen zudem gegenüber dem Kontensparen zwei Nachteile auf: Bei Fonds fallen Gebühren an. Anleger zahlen neben Depotgebühren für das Fondsmanagement durchschnittlich 0,6 Prozent im Jahr. Manche Fonds zwacken Anlegern auch noch Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent ab, die erst wieder hereingeholt werden müssen. Zweitens weiß der Anleger bei den Fonds im Vergleich zum Kontensparen nicht genau, wie viel er herausbekommt. Denn die Fonds schwanken – wenn auch leicht – im Wert. Je höher die Rendite, desto stärker in der Regel das Auf und Ab. Das liegt daran, dass die Spitzenfonds auch Anleihen beimischen, deren Wert ebenfalls schwankt.

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