Anlegerbarometer
Anleger gehen skeptisch ins neue Jahr

Die Aktienkurse werden 2006 kaum zulegen. Das glaubt die große Mehrheit der deutschen Anleger. Als Störfeuer sehen sie den Euro und das Öl, die sich beide vermutlich wieder verteuern.

DÜSSELDORF. Eher pessimistisch beurteilen Deutschlands Anleger die Aussichten für den Aktienmarkt im kommenden Jahr. Die große Mehrheit erwartet keine nennenswerten Kurszuwächse. Stattdessen werden der Ölpreis und der Euro-Kurs wieder zulegen. Das ist das Ergebnis der monatlichen Anlegerumfrage des Handelsblatts und des Bankhauses Trinkaus & Burkhardt (siehe "Anleger-Barometer").

Knapp die Hälfte der 1 000 Befragten rechnet damit, dass der Deutsche Aktienindex (Dax) im neuen Jahr zwischen 5 000 und 5 500 Punkten schwanken wird. Ein Viertel erwartet Kursrückgänge unter die Marke von 5 000 Punkten. Nur ein Viertel sieht deutlich anziehende Notierungen oberhalb von 5 500 Punkten. Gestern stieg der Dax über 5 200 Zähler und notierte so hoch wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Damit überwiegt nach der kräftigen Rally, die dem Dax seit Frühjahr 2003 ein Plus von 140 Prozent bescherte, keineswegs Optimismus. Dieser hatte die Märkte während des Börsenbooms Ende der neunziger Jahre beherrscht, als der Dax auf über 8 000 Punkte geklettert war.

Vor allem jüngere Börsianer, die überdurchschnittlich viel Geld nach der geplatzten Technologie-Euphorie verloren hatten, gehören jetzt zu den größten Pessimisten. Nur ein Fünftel der 18- bis 29-Jährigen sieht den Dax 2006 nennenswert steigen, ein Drittel jedoch deutlich fallen. Die über 60-Jährigen sind die optimistischsten. In dieser Altersgruppe rechnen 36 Prozent mit einem Dax oberhalb von 5 500 Punkten.

Insgesamt blicken Deutschlands Anleger skeptischer in die Zukunft als die meisten Analysten der Investmentbanken. Gegenüber dem Handelsblatt prognostizierten die fünf größten und hinsichtlich der Gewinnschätzungen fünf besten Investmenthäuser, dass der Dax zur Jahresmitte bei 5 539 Punkten steht. Die Schätzungen reichen von 5 300 bei der BayernLB bis 5 800 bei der Hamburger Privatbank M.M. Warburg.

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