Anlegerschützer zu Prokon: „Geld nachlegen wäre verrückt“

Anlegerschützer zu Prokon
„Geld nachlegen wäre verrückt“

Der Fall Prokon schreckt Anleger auf: Angelockt von hohen Zinsen haben sie fast 1,4 Milliarden Euro in die Windkraftfirma investiert. Nun steht das Geld auf dem Spiel. Ein Anlegerschützer erklärt, was jetzt zu tun ist.
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Herr Bauer, mehr als 70.000 Anleger bangen um ihr Geld, das sie bei Prokon angelegt haben. Das Unternehmen droht in die Insolvenz zu gehen, falls Anleger Kapital abziehen. Wie geht es weiter?
Die Insolvenz ist mit hoher Wahrscheinlichkeit unvermeidbar. Prokon fordert seine Anleger auf, auf Kündigungen zu verzichten. Man will die Zusage, dass mindestens 95 Prozent des Genussrechtskapitals zumindest bis Ende Oktober erhalten bleiben. Ich glaube kaum, dass sich so viele Anleger dazu bereiterklären, zumal die Frist dafür schon am 20. Januar abläuft. Das ist viel zu kurz.

Was sollten Anleger tun?
Jetzt noch Geld nachzulegen, wäre verrückt. Wer bereits gekündigt hat, sollte es dabei belassen. Eventuell gibt es dann die Chance, im Falle einer Insolvenz vorrangig behandelt zu werden. Ich würde nicht empfehlen, eine Kündigung der Genussrechte wieder zurückzunehmen, auch wenn das Unternehmen dazu auffordert.

Und wer noch nicht gekündigt hat?
Sollte erst einmal Ruhe bewahren. Jetzt noch zu kündigen, bringt vermutlich nicht mehr viel. Die Kündigung würde erst Ende Februar wirksam. Wenn bis dahin die Insolvenz erfolgen würde, würden die Ansprüche aus unserer aktuellen Sicht wohl nicht mehr vorrangig behandelt werden. Außerdem muss man sich natürlich im Klaren darüber sein, dass eine Kündigung die Insolvenz noch wahrscheinlicher macht.

Wie sind die Chancen, die Ansprüche gerichtlich durchzusetzen?
Vor Gericht ist alles möglich. Eine Klage lohnt sich aus unserer Sicht jedoch höchstens mit einer Rechtsschutzversicherung oder für Anleger, bei denen sehr hohe Summen auf dem Spiel stehen. Das trifft für die meisten aber nicht zu, im Schnitt haben die Leute an die 20.000 Euro angelegt. Für den Durchschnittsanleger dürfte das Risiko also die Chancen übersteigen, und es besteht die Gefahr, dem schlechten Geld noch Gutes für Gerichts- und Anwaltskosten hinterherzuwerfen.

Müssen Anleger damit rechnen, dass sie komplett leer ausgehen?

Das nicht. Wir gehen davon aus, dass Vermögenswerte vorhanden sind, die sich verwerten lassen. Es ist sehr schwer zu beurteilen, was wirklich noch da ist, weil das Unternehmen in der Vergangenheit nicht besonders viele Informationen bereitgestellt hat. Nehmen wir mal an, die von Prokon betriebenen Windparks seien 800 Millionen Euro wert. Das entspricht in etwa der Summe, die in den vergangenen Jahren investiert worden ist. Dem stehen Forderungen von Anlegern in Höhe von 1,4 Milliarden Euro gegenüber. Im Falle einer Insolvenz ließen sich also vielleicht mehr als 50 Prozent der Forderungen decken. Jedoch hängt die endgültige Quote  von vielen Faktoren ab, die sich heute noch nicht seriös einschätzen lassen.

Das heißt konkret?
Wer 20.000 Euro angelegt hat, müsste mit einem Verlust von etwa 8000 Euro rechnen. Wer einen Anwalt einschaltet, müsste zusätzlich wohl zunächst noch mit mehreren Tausend Euro Kosten rechnen, die nur im Falle einer gerichtlich positiven Entscheidung nicht vom Anleger selbst zu tragen wären, vorausgesetzt er hat keine Rechtsschutzversicherung.

Kommentare zu " Anlegerschützer zu Prokon: „Geld nachlegen wäre verrückt“"

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  • Sehr geehrter Herr Don Sarkasmo,

    ich muss Ihnen da leider widersprechen .
    Ich will kein Geld zurück !
    Ich möchte dass diese Unwaren Behauptungen dieser sogenannten Anlysten aus der Welt kommen, den Fakten wieder Vorragen gegeben wird.
    Denn dann wird es keien PAnik der Anleger geben und auch unser Investment wird unbeschädigt weiter Früchte tragen. Für uns GRI Investoren, für die Umwelt und das Gemeinwohl Davon bin ich fest überzeugt.

  • Lieber Gaintrader

    Ihre Ansicht im Bezug auf Rufschädigung & evtl Schadensersatz gegen den Herrn Bauer und andere kann ich nachvollziehen , nicht hingegen

    "bei Prokon sind 6 % Rendite = unrealistisch?"

    Bitte beachten Sie , wir diskutieren um Finnanzierungskosten!
    Diese gehören zu den Kosten = Produktkosten und sind schon in der EEG Förderung vorgesehen/ eingerechnet!!!
    Bitte nichts verdrehen .

    Nahezu jedes Unternehmen hat auch heute Kosten für Kapitaldienst im Bereich 6 – 8 %.
    Rendite kommt nach Kapitaldienst,
    Kapitaldienst = Kosten

    So ist das auch bei Prokon !

    Bei Prokon unterscheidet sich, dass die 6 – 8 % Finanzierungskosten nicht zur Bank gehen , die den Geldanlegern, heute satte 0,5 % davon abgibt ! sondern an die GRI Anleger .

    Die Banken, Anlageberater, Börsenhändler und deren Zutreiber - Analysten sind also diejenigen, die massiv traurig sind über den Erfolg der Prokon Anlegeform!
    Satte 300 Mio€ bleiben bei den Anlegern und nicht bei den Banken und Anlageberatern .
    300 Mio Provisionen vorbei am Establishment ? Das geht gar nicht … ???

    Und dementsprechend fallen jetzt eventuell auch die Analysen aus ?

    Ein Schelm wer ....

  • • Für mich ist der wohl letzte Hilferuf des insolvenzgefährdeten Unternehmen, möglichst auf das Konto schnellstmöglich noch mehr einzuzahlen, statt zu kündigen......nein, mir fehlen einfach die Worte, um den angefangenen Satz fortsetzen und beenden zu können!

    Es kann eigentlich nur noch so kommen, dass sich der Wind dieser "Zauberräder" plötzlich dreht und statt dem Wedeln mit den vorausgesagten sich übernormal vermehrenden Geldscheinen nun nur ein trauriges Nachtrauern der weit über 50 % verlustigen Anteile für die enttäuschten ehemals optimistischen Anleger übrig bleiben könnte!

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