Anleihefonds
Unruhige Zeiten für Firmenanleihen

Jahrelang galten Unternehmensanleihen als die Möglichkeit, in der Niedrigzinsphase lukrative Erträge zu erzielen. Die Kurse der Firmenpapiere kannten folglich nur eine Richtung: nach oben.

FRANKFURT/M. Dann kam der Paukenschlag Mai: Die Ratingagentur Standard & Poor’s reihte die Autokonzerne General Motors und Ford in die Gruppe der schwachen Schuldner ein. Die Kursrally war jäh beendet. Seither herrscht unter Investoren große Verunsicherung. Und die wird noch dadurch vergrößert, dass professionelle Anleger trotz der Turbulenzen wieder Firmenbonds ordern und die Kurse erneut nach oben treiben.

In dieser unübersichtlichen Gemengelage empfiehlt es sich vor allem für Privatanleger, Anleihefonds der Direktanlage vorzuziehen. Denn Fondsmanager kommen schneller und systematischer an Informationen über mögliche Probleme von Firmen, die sich über eine Anleihe Geld borgen. Außerdem verteilt sich das Risiko, dass ein Schuldner Zinsen oder Kapital nicht zahlen kann, in einem Fonds in der Regel auf mindestens 50 Bonds.

Grundsätzlich gilt wie bei jeder Geldanlage, dass die Renditechancen mit dem Risiko steigen. Anleger müssen zunächst entscheiden, in welche Risikoklasse sie investieren wollen. Wer einen Fonds mit Unternehmensanleihen guter bis sehr guter Bonität (Investment-Grade) kauft, legt sich im Durchschnitt Anleihen mit Noten der Kategorie „A“ ins Depot. Damit geht er statistisch das Risiko ein, dass ein Bond mit einer Wahrscheinlichkeit von nur 0,51 Prozent in fünf Jahren nicht oder verspätet zurückgezahlt wird. In einem Fonds mit Firmenbonds schwacher Bonität (Non-Investment-Grade, Hochzinsanleihen) stecken im Schnitt Anleihen der Kategorie B; statistisch fällt jede dritte B-Anleihe aus. Für diese verschiedenen Risiken werden Anleger denn auch unterschiedlich belohnt: Während Investmentgrade-Bonds aktuell gerade mal eine um 0,6 Prozentpunkte höhere Rendite abwerfen als sichere Staatsanleihen, bringen Hochzinstitel immerhin vier Prozentpunkte mehr Ertrag.

Grundsätzlich können Bond-Investoren über die Hebel Bonität und Laufzeit Ertrag erzielen. Die Faustformel: je geringer die Bonität oder je länger die Laufzeit, desto höher der Zinsschein.

Derzeit versuchen Fondsmanager bei Firmenbonds vor allem, über das Austarieren der Bonität Erträge zu erzielen. Denn besonders bei Anleihen mit höherer Bonität seien kurzfristige Titel extrem teuer, sagt Dietmar Zantke, Berater bei BW Asset Consult für den Fonds „BWK-Renta Max“. Grund: Weil viele Investoren mit steigenden Zinssätzen rechnen, wollen sie ihr Kapital nur kurz anlegen, um später problemlos in attraktivere Papiere wechseln zu können.

Seite 1:

Unruhige Zeiten für Firmenanleihen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%