Anleihen
Höhere Rendite, höheres Risiko

Konservative Anleger haben ein nervenaufreibendes Jahr mit hohen Schwankungen und negativen Renditen erlebt. Besserung ist auch im Jahr 2016 nicht in Sicht. Welche Anleihen noch Rendite bringen.

DüsseldorfDie Zeiten, in denen Bundesanleihen ein absolut sichere Sache waren, sind vorbei. Zumindest wenn es um lukrative Erträge geht. Konservative Anleger haben ein überraschend nervenaufreibendes Jahr erlebt. Im Frühjahr rauschte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe in den Keller. Nur noch 0,05 Prozent brachten die einstiegen Witwen- und Waisenpapiere damals. Die Erholung folgte prompt. Solche Ausschläge an den Rentenmärkten sind selten, aber auch im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen, glauben Experten.

Konservative Anleger müssen sich an dieses neue Umfeld gewöhnen ebenso wie an Negativrenditen. „In den letzten 20 Jahren sind die Zinsen kontinuierlich unter Schwankungen gesunken“, sagt Robert Bauer  von Mademann & Kollegen. „Was den Kreditnehmer freut, ist für den Anleger eine große Herausforderung. Auch bei sehr niedriger Inflation bleibt nach Steuern, Kosten und Kaufkraftverlust aktuell im risikolosen Anlagebereich in Staatsanleihen erst bei langen Laufzeiten positive Ergebnisse für den Anleger übrig.“ Der Vermögensverwalter bezweifelt, dass sich das im neuen Jahr nennenswert ändern wird.

„Die bestehende Zinssituation stellt für viele Investoren eine große Herausforderung dar“, sagt auch Burkhard Wagner von Partners Vermögensmanagement. „Im Zinsbereich sind mittlerweile über 3.500 Milliarden Euro im Negativbereich investiert.“ Die Europäische Zentralbank tue ihr Bestes, dass dieses Volumen nicht geringer wird. Kapitalmarktexperten erwarten, dass die Notenbanker ihr Anleihekaufprogramm ausweiten werden – Stichwort „Quantitativ Easing 2“.

Schon im laufenden Jahr war es nicht ganz einfach, mit einem sicherheitsorientierten Depot nennenswerte Renditen einzufahren. Bauer und Wagner zeigen beim Depot-Contest der Münchener DAB Bank, wie das gelingen kann. Mademann und Kollegen liegen in der Kategorie „Sicherheit“ aktuell auf dem ersten Platz mit einem Plus von 3,43 Prozent. Da in die Bewertung auch die maximalen Schwankungen der Depots mit einfließen, schafft es Partners Vermögensmanagement nur auf den zweiten Platz, obwohl sie ein Plus von 4,24 Prozent eingefahren haben.

Einfacher wird es auch im kommenden Jahr nicht. Anleihen mit bester Bonität sollten 2016 noch unattraktiver werden. „Somit sollten Anleger alle Facetten des Bond-Segmentes nutzen“, rät Wagner. „Nachrangige Anleihen, Genussscheine und Wandelanleihen gehören hier mit berücksichtigt. Vor allem Wandler gefallen uns als Zwitter bei weiter anziehenden Aktiennotierungen sehr gut.“ Auch Bauer erwartet keine größeren Zinssteigerungen, „allerdings erkauft man sich höhere Renditen mit einem größeren Risiko“. 

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US-Unternehmensanleihen als Renditebringer

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