Anleihen im Krieg: Hasenstab verzockt sich in Ukraine

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Anleihen im Krieg
Hasenstab verzockt sich in Ukraine

Der Fondsmanager von Franklin Templeton ist nicht gerade für seine konservativen Investments bekannt. Auch in der Ukraine stieg er trotz Krise groß ein. Aktuell scheint es ein teurer Fehler gewesen sein.
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New YorkMichael Hasenstab, der seit rund 17 Jahren bei Franklin Templeton arbeitet, ist einer der wohl erfolgreichsten und auch berühmtesten Anleihefonds-Manager der Welt. Seine Wette auf die Ukraine könnte allerdings nach hinten losgehen. Nachdem er mehr als sieben Milliarden Dollar (6,19 Milliarden Euro) in Anleihen des Landes investiert hatte, musste Hasenstab mitansehen, wie der Wert der Papiere abstürzte. Hasenstabs Anlagen, die fast der Hälfte der ukrainischen Auslandsanleihen umfassen, werden nur noch mit vier Milliarden Dollar bewertet. Das geht aus Fonds-Angaben zum dritten und vierten Quartal hervor.

Der anhaltende Konflikt mit den pro-russischen Rebellen hatte die Rezession in der Ukraine vertieft. Die Devisenreserven sind zusammengeschmolzen und haben die Regierung letztlich dazu veranlasst, eine Schulden-Restrukturierung zu fordern.

Mit den zunehmenden Verlusten haben sich die Erträge von Hasenstabs zwei größten Fonds, Templeton Global Bond Fund und Templeton Global Total Return Fund, verringert. Die Entwicklung führte zu einer Beschleunigung beim Abzug von Anlegergeldern im vergangenen Jahr, die bei den europäischen und amerikanischen Versionen der beiden Fonds das Rekord-Volumen von 14 Milliarden Dollar erreichten. Zusammen kommen die Fonds auf rund 150 Milliarden Dollar an Aktiva. Grundlage für die Angaben sind von Bloomberg zusammengetragene Schätzungen.

„Sein Erfolg spricht für sich selbst. Aber er geht Wetten ein“, sagte Finanzberater Alex Petrovic aus Kansas City, der für Kunden in Franklin Templeton-Fonds investiert. „Bislang hat sich die Ukraine-Wette nicht ausgezahlt.“ Hasenstab und Stacey Coleman, eine Sprecherin von Franklin Templeton, wollten sich nicht zur Ukraine-Strategie äußern. Coleman erklärte allerdings: „Die Franklin Templeton Global Bond Group verfügt über Analyse-Fähigkeiten, eine Größe sowie eine Langzeit-Perspektive, um Investments zu kaufen und zu halten, die nicht in Mode sind.“

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  • ja so ein großes Pech aber auch mit der Zockerei, gell? hoffentlich haben sich dabei noch viel mehr so gauner vertan.

  • Krieg führen ist teuer. Es kostet nicht nur Menschenleben sondern auch den Inhalt der Staatskasse. Da hat wohl jemand vorschnell auf Sieg gesetzt.
    Das war in den letzten 150 Jahren eigentlich bei allen so, die geglaubt haben sie könnten Rußland erobern. Es scheint die Menschen lernen nie dazu.
    Die einzigen die gewinnen sind die Waffenlieferanten, die beim wiederaufbau mitverdienen und natürlich die Sargbauer und Bestatter.
    Ach ja, fast vergessen, der Junior des US Vize hat natürlich auch schon abgesahnt, den DirektorenPosten der ukrainischen Gasversorger.

  • Investor in Not. Murksel übernehmen Sie.

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