Anleihen Schwellenländer
Die fetten Jahre sind vorbei

Auf der Suche nach höheren Renditen in Osteuropa, Lateinamerika oder Asien müssen sich die Anleger vorerst bescheiden. Denn Experten rechnen mit stabilen, wenn nicht fallenden Anleihekursen in Schwellenländern dieser Regionen. Der Renditeaufschlag im Vergleich zu risikoärmeren Anleihen großer Industriestaaten ist eher gering. Gleichwohl halten die Fachleute Anleihefonds aus Emerging Markets als Depotbeimischung für interessant.

HB FRANKFURT/M. Im Schnitt bieten Euro-Anleihen aus Emerging Markets nur noch um die 0,7 Prozentpunkte mehr Rendite als europäische Staatsanleihen. Im Dollar-Bereich mit einer wesentlich größeren Auswahl an Papieren – und Währungsrisiko – liegen die Aufschläge bei 2,45 Prozentpunkten.

Dabei sind die Renditeunterschiede von Land zu Land sehr unterschiedlich. Für eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren gibt es bei den Euro-Anleihen der Emerging Markets aus Osteuropa weniger als vier Prozent; die Türkei bietet für eine neunjährige Euro-Anleihe unter fünf Prozent. Bei Staaten aus Südamerika wie zum Beispiel Brasilien oder Venezuela sind es nur noch gut sechs Prozent Rendite. Dabei gilt: Je höher die Rendite, desto höher das Ausfallrisiko. Anleihen aus Brasilien und Venezuela haben wesentlich schlechtere Bonitätsnoten als die neuen Mitglieder und Beitrittskandidaten der Europäischen Union (EU).

In den vergangenen Jahren sind die Kurse durch die Bank stark gestiegen und die Renditen gefallen. Das hat unter anderem wirtschaftliche Gründe. Die Länder haben ihre Verschuldung gesenkt, und Ölexporteure wie Russland, Venezuela oder Mexiko profitieren zusätzlich vom anhaltend hohen Ölpreis. Außerdem haben die ebenfalls stark gesunkenen Renditen von Staatsanleihen der Industrienationen immer mehr Investoren auf der Suche nach einem Renditeplus in Emerging-Market-Bonds gelockt.  

Jetzt fürchten einige Strategen, dass die Kurse der Schwellenländer-Anleihen im nächsten Jahr leicht fallen könnten. „In den vergangenen Wochen haben wir zwar zwischenzeitlich eine leichte Korrektur gesehen, aber die ist wohl noch nicht abgeschlossen“, meint Matthias Krieger von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Er rät Anlegern deshalb, mit dem Kauf von Emerging-Market-Anleihen noch einige Zeit zu warten.

Prinzipiell sicherer als der Kauf einzelner Anleihen ist die Anlage in Fonds. „Als Beimischung für das Rentenportfolio sind Fonds für Emerging-Market-Anleihen trotz des aktuell eher schwierigen Umfelds interessant“, sagt Carsten Hermann, der beim Fondsanalyse-Haus Feri Institutional Advisers das Portfoliomanagement leitet.

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