Anteil der Aktien und Unternehmensbonds steigt
Anleger schichten Depots um

Die Erholung an den Aktienmärkten macht sich inzwischen auch in den Depots von Privatanlegern bemerkbar.

FRANKFURT. Immer mehr Banken, Vermögensverwalter und Anlageberater erhöhen in diesen Tagen die Aktienquote ihrer Kunden. Grund dafür ist in erster Linie die zuletzt stark rückläufige Volatilität, also die Schwankungsbreite an den Märkten. Sie gilt vielen Experten als der stärkste Indikator für die Risikoaversion von Privatanlegern. Auch wegen etlicher positiver Konjunktur- und Unternehmensdaten steigt die Bereitschaft, wieder größere Risiken einzugehen und in Aktien zu investieren.

"Wenn sich diese Daten nicht wieder grundlegend verändern, kann die Volatilität an den Märkten weiter abnehmen", sagt Jürgen Rauhaus, Investmentchef beim deutschen Ableger der Fondsgesellschaft Pioneer. Der Index VDax-new beispielsweise, der die am Terminmarkt erwartete Schwankungsbreite des Deutschen Aktienindex (Dax) angibt, liegt trotz des leichten Anstiegs seit Wochenanfang rund 18 Prozent unter seinen Jahreshochständen von Ende Februar.

Kunden bevorzugen Risikovermeidung

Gleichwohl ist vonseiten der Berater oftmals etliches an Überzeugungsarbeit bei den Kunden nötig, um sie wieder zu mehr Risiko und damit auch zu höheren Chancen zu animieren. "Die Wucht der aktuellen Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass bei den meisten Investoren die Anlagepolitik davon bestimmt wird, nur noch Risiken zu vermeiden - statt auch Chancen zu nutzen", sagt Frank Naab, Leiter des Portfoliomanagements für Privatkunden beim Bankhaus Metzler in Frankfurt.

Doch seine Appelle fruchten inzwischen. Bei den sogenannten gemischten Mandaten, bei denen Kunden ein durchschnittlich großes Risiko eingehen, liegt derAktienanteil mittlerweile wieder bei 52 Prozent. 35 Prozent sind in Anleihen investiert, bei 13 Prozent liegt der Barbestand. Das sah vor wenigen Wochen noch anders aus. Der Aktienanteil, der sich den hausinternen Vorgaben zufolge zwischen 35 und 65 Prozent im Depot bewegen darf, war bis an die untere Schwelle zurückgefahren. Der Bargeld-Anteil betrug 25 Prozent.

Andere Häuser signalisieren ihren Kunden ebenfalls lange nicht gekannte Zuversicht gegenüber Aktien, wenn auch die Stoßrichtung unterschiedlich ist. "Wir nehmen eine leichte Übergewichtung bei den Emerging Markets vor, weil sie derzeit ein wesentlich höheres Potenzial bieten als die Industriestaaten", sagt Pioneer-Chef Rauhaus.

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