Asset-Management
Kleine Verwalter gewinnen

Erfolg spricht sich herum: Unabhängige Asset-Manager ziehen immer mehr Geld von Großanlegern an. Dabei erzielen viele gute Anlagerenditen und wachsen schneller als der Gesamtmarkt. Das Geheimnis ihres Erfolgs ist relativ simpel.

FRANKFURT. In der deutschen Investmentwelt macht das Schlagwort „Boutique“ die Runde. Insider verstehen darunter kleine und unabhängige Anlagefirmen, die nicht von Konzerninteressen gesteuert werden. Viele unter ihnen erzielen gute Anlagerenditen. „Die Erfolgsstory wird anhalten“, sagt Lars Kolbe, Vorstand der Anlagegesellschaft Starcapital.

Starcapital hat die Leistungen der verschiedenen Anbieter analysiert. Die Gesellschaft untersuchte alle in Deutschland angebotenen Aktienfonds mit globaler Ausrichtung über zwei längerfristige Zeitperioden. Das Ergebnis scheint eindeutig zu sein: „Boutiquenfonds“ tauchen in den Performance-Ranglisten überdurchschnittlich häufig auf vorderen Plätzen auf.

Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf die Top-Ten-Listen über sieben und vier Jahre. Obwohl über die beiden Zeiträume insgesamt nur 14 bzw. 16 Prozent der Fonds von kleinen und unabhängigen Anbietern stammen, dominieren sie die Spitzengruppen. Ganz vorne findet sich beispielsweise Frank Lingohr, Geschäftsführer von Lingohr & Partners, mit einem seiner Fonds. Der Fondsmanager will in den Ergebnissen allerdings auch einen „eingebauten“ Vorteil für die unabhängigen Adressen erkennen. Mit einem Seitenhieb auf die großen Konkurrenten sagt er: „Wenn Boutiquen scheitern, sind sie weg vom Markt; schlechte Fonds von Konzernen dürfen weiter leben.“

Vertreter der Branche nennen viele Erfolgsfaktoren: In privat geführten Firmen mit flachen Hierarchien herrscht unternehmerisches Denken, das schnelle Entscheidungen möglich macht. „Diese Firmen mit überschaubarer Mitarbeiterzahl sind leichter zu lenken“, sagt Murat Ünal, Vorstand der auf Asset-Management konzentrierten Strategieberatungsfirma Funds at Work. Dazu kommt häufig eine Spezialisierung auf bestimmte Vermögensformen wie Hochzinsbonds oder Anlagestile wie Value-Aktien. „Daraus können sich spezielle Fähigkeiten entwickeln“, sagt Ünal.

Außerdem wird auf die stärkere Motivation der Mitarbeiter hingewiesen. „Die Fondsmanager sind Miteigentümer der Firma und oft mit eigenem Geld in den Fonds investiert“, sagt Kolbe. Als Vorteil gilt die Größe der oft kleineren Fonds im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten der Konzerne. Das ermöglicht flexibleres Management bei den Dispositionen im Portfolio. „Das hat insgesamt schon einen Hauch von Hedge-Fonds“, sagt Kolbe.

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