Ausblick 2010
Interessante Börsengänge in Sicht

Der Gang aufs Parkett wird wieder interessant. Im nächsten Jahr stehen mindestens zehn Börsengänge an, prognostizieren Banker. Private-Equity-Unternehmen könnten ihre Investitionen versilbern, Industrieunternehmen frisches Kapital einfahren. Was Anleger im nächsten Jahr erwartet.
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dpa-afx FRANKFURT. Der Markt für Aktien-Neuemissionen wird Experten zufolge 2010 nach langer Durststrecke wieder aufleben. "Im Gesamtjahr können zehn bis 15 Börsengänge auf die Investoren zukommen, wobei das Gros im ersten Halbjahr anstehen dürfte", sagt Christian Bacherl, Leiter Kapitalmarktgeschäft bei der Unicredit. Diese Hoffnung teilen die meisten Börsianer. So prognostiziert Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank: "Der Markt für IPOs wird sich 2010 positiv von dem unter Magersucht leidenden Jahrgang 2009 abheben." Der Stau werde sich zwar nicht ruckartig auflösen, aber der Markt bewege sich wieder vorwärts.

Die Investoren sind laut Aktienhändler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB zwar nicht bereit, jeden Preis für Börsenneulinge zu bezahlen. Allerdings dürften gut aufgestellte und fair bewertete Börsengänge gezeichnet werden. Dieser Trend habe schon sehr früh in China begonnen, wo sich das Tempo zum Jahresende noch mal extrem beschleunigt habe. Nun könnte sich auch Deutschland anstecken lassen: Marktteilnehmer nennen für 2010 etwa die Immobiliensparte des Mischkonzerns Evonik als "interessante Kandidaten", auch Schott Solar könnte einen neuerlichen Sprung aufs Börsenparkett wagen. An mangelnder Liquidität dürfte eine Wiederbelebung des Marktes nicht scheitern - Kapital sowie Anlagebedarf seien nach wie vor reichlich vorhanden.

Flop-IPOs kein Dämpfer für den Marktkt

"Die beiden Absagen von Concessions und Scan Energy haben aus unserer Sicht keine Signalwirkung für die Aufnahmefähigkeit des IPO-Marktes in Deutschland", sagt Unicredit-Experte Bacherl. Die Hochtief-Tochter und das dänische Energieunternehmen hatten Anfang Dezember ihre IPO-Pläne abgesagt. Marktteilnehmer begründeten dies mit den hohen Preisvorstellungen der beiden Börsenaspiranten. Grundsätzlich sei der Markt für IPOs allerdings aufnahmebereit.

Ralf Darpe, bei der Societe Generale zuständig für die deutschsprachigen Kapitalmärkte, sieht unterdessen einige gute Börsenkandidaten in der Pipeline: "Vor allem Private Equity-Firmen dürften den Ausstieg aus ihren Engagements über den Aktienmarkt suchen." Diese hielten ihre Beteiligungen teils schon fünf bis sechs Jahre und hätten in der Zeit überwiegend ihre Hausaufgaben gemacht. Die meisten potenziellen Börsenkandidaten seien entsprechend gut aufgestellt und oftmals Marktführer. Neben diesen Kriterien legten Investoren Wert auf eine faire Bewertung sowie Erfahrung im Management. Zudem sollten Börsenaspiranten eine gute Planbarkeit der Cash Flows mitbringen.

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