Ausländische Investoren investieren in Dax-Titel
Deutsche Bank glaubt an deutsche Aktien

Die Fachleute der Deutschen Bank rechnen in den kommenden Monaten mit einer „Sonderkonjunktur“ für heimische Aktien. „Unser Kursziel für den Deutschen Aktienindex (Dax) liegt zum Jahresende bei rund 4 800 Punkten. Wir sind sehr zuversichtlich, dass dieses Ziel erreicht oder sogar übertroffen wird“, sagte Roland Lienau, Co-Chef des heimischen Aktiengeschäfts der Deutschen Bank gestern.

mm FRANKFURT/M. Grund für den Optimismus des Geldhauses: Vor allem ausländische Großinvestoren entdeckten derzeit den deutschen Markt wieder und investierten kräftig. Das meiste Geld fließe dabei in die 30 großen Werte, die im Dax vertreten sind.

Lienau zog Bilanz nach der dreitägigen German Corporate Conference der Deutschen Bank, auf der sich 112 heimische Unternehmen 224 Großinvestoren aus aller Welt vorstellten. „In Deutschland gibt es noch viele unterbewertete Aktien, das lockt die internationalen Anleger“, erläuterte Lienau.

Sein Kollege Klaus Hessberger, Leiter des deutschen Aktienemissionsgeschäfts bei JP Morgan Chase, bestätigt das seit zwölf Monaten wachsende Interesse ausländischer Anleger am deutschen Aktienmarkt. „Wir sehen inzwischen sogar wieder große Investoren, die langfristige Wetten auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft abschließen“, berichtet Hessberger.

Tatsächlich erwarten eine ganze Reihe von Banken, dass die deutschen Unternehmen in Sachen Gewinndynamik in diesem Jahr deutlich besser abschneiden werden als die europäische Konkurrenz. Das niederländische Geldhaus ABN Amro sagt beispielsweise für die im Dax vertretenen Konzerne ein Ergebniswachstum von durchschnittlich 21 Prozent voraus. Für Gesamteuropa liegen die Schätzungen bei einem Plus von lediglich neun Prozent.

Zusätzliche Nahrung bekommen die Optimisten durch die für kommenden Herbst geplanten Neuwahlen zum Bundestag. „Viele ausländische Investoren fürchteten nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, dass Deutschland in einem politischen Patt gefangen bleibt, diese Angst ist mittlerweile weitgehend verflogen“, erläuterte Lienau. An einen dauerhaften Kursschub durch die veränderte innenpolitische Lage glaubt Lienau allerdings nicht. Der Deutsch-Banker hält es mit der alten Aktienweisheit: Politische Börsen haben kurze Beine.

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