Auswahl nachhaltiger und zugleich renditeträchtiger Aktien gilt als schwierig
China-Investment birgt ethische Risiken

Nachhaltige Kapitalanlagen beenden ihr Nischendasein: Das Interesse an ökologisch und sozial korrekten Investitionsmöglichkeiten steigt. Fonds in diesem Segment verzeichnen überdurchschnittliche Zuflüsse. Nun versuchen Ratingagenturen, den unübersichtlichen Markt transparenter zu machen.

HB/sbe BERLIN. China boomt, und auch für Anleger bieten Firmen, die im chinesischen Markt aktiv sind, eine attraktive Perspektive. Doch angesichts zahlreicher ökologischer, sozialer und ethischer Risiken scheint die Auswahl an nachhaltigen Investments gering. "Mit gezielter Auslese können Anleger trotzdem Rendite und Gewissen vereinen", sagt Eckard Plinke, Leiter des Nachhaltigkeitsresearch der Schweizer Bank Sarasin. Diese Ansicht teilt die WestLB-Analystin Claudia Volk: "Man kann China nicht umgehen. Durch nachhaltigkeitsorientierte Investitionen kann man dort aber etwas bewegen - wenn auch in kleinen Schritten."

Den rosigen Wirtschaftsaussichten stehen große Probleme gegenüber. So sorgt beispielsweise der enorme Anstieg des Energieverbrauchs für Stromknappheit, er belastet die globalen Energiemärkte und die Umwelt: China ist der zweitgrößte Emittent des klimaschädlichen Kohlendioxids. Großprojekte wie der umstrittene Drei-Schluchten-Staudamm führen zur Zerstörung riesiger Naturgebiete und Zwangsumsiedlung von Millionen Menschen. Niedrige Löhne, oft unter dem gesetzlichen Mindestlohn, und schlechte Arbeitsbedingungen sind die Kehrseite attraktiver Lohnkosten. Zudem gibt es viele Arbeitsunfälle.

Für internationale Unternehmen verursacht dies betriebliche Risiken wie niedrige Produktqualität und Produktivität. Zudem erwarten Verbraucher und Öffentlichkeit zunehmend, dass sie ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Schlechte Arbeitsbedingungen und geringe Umweltstandards in eigenen Fabriken in China oder bei Zulieferern führen zu Reputationsrisiken und zur Gefahr von Haftungsklagen.

"Für europäische und amerikanische Unternehmen hängt die Größe der Risiken vom Umfang des China-Geschäfts, von der Branche und dem Geschäftsmodell der Firma ab", erläutert Plinke. Er untersuchte Möglichkeiten und Grenzen für Unternehmen, den Herausforderungen zu begegnen, und wie dies Anlegern als Messlatte zur Beurteilung von Unternehmen dienen kann.

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