Auxmoney-Gründer „Die Rendite liegt im Schnitt bei 6,7 Prozent“

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„Die Ausfallquote liegt unter drei Prozent“

Sie betreiben Crowdlending. Mehr Aufmerksamkeit bekommen Crowdinvesting-Projekte. Zugleich schrumpfen dort jedoch die Wachstumsraten. Für Sie ein Anlass zur Sorge?
Überhaupt nicht. Die Vergabe von kleineren Krediten ist eben bei weitem nicht so sexy wie innovative, von der Crowd finanzierte Unternehmensgründungen oder Businessideen. Das erklärt die geringere Aufmerksamkeit. Zugleich ist Crowdinvesting aber viel komplizierter. Schon für einen Profiinvestor ist es schwierig, die Projekte mit den größten Erfolgsaussichten herauszufiltern. Das Ausfallrisiko ist recht hoch. Analog ist es für die Crowdinvesting-Portale nur schwer möglich, die Chancen und Risiken verlässlich zu bewerten. Das erklärt die geringeren Wachstumsraten.

Das ist ein Grund, warum Crowdinvesting mit dem Kleinanlegerschutzgesetz stärker reguliert werden soll.
Unser Geschäftsmodell ist davon nicht betroffen. Bei uns laufen die Kredite über eine Bank, die ihre Forderungen an die Anleger weiterverkauft. Außerdem können Anleger die Chancen und Risiken mit unserem Scoring-System sehr gut abschätzen. Es gibt die Klassen AAA bis X. In der höchsten Klasse AAA liegt die erwartete Rendite bei 2,3 Prozent, in Klasse X bei 15,56 Prozent. Je höher die mögliche Rendite ist, desto größer ist auch das Risiko.

Wie viele Kredite fallen aus?
Unsere Ausfallquote liegt seit Jahren unter drei Prozent und damit auf einem ähnlichen Niveau wie bei den Banken. Unser Scoring ähnelt den Bonitätsnoten der klassischen Ratingagenturen. In schlechteren Scoring-Klassen sind die Schwankungen höher, man kann eine deutlich höhere Rendite erzielen – oder auch eine deutlich niedrigere Rendite, wenn der Schuldner nicht mehr zahlt. Aber dass es bei einem Kredit zum Totalausfall kommt, ist selten. Schließlich zahlen die Kreditnehmer schon ab dem ersten Monat eine Rate zurück. Dass die Kredite gleich zu Beginn der Laufzeit ausfallen, ist wirklich unwahrscheinlich.

Sie werben mit einer Durchschnittsrendite von 6,7 Prozent. Wie sicher wird die erreicht?
Dieser Wert gilt für Anleger, die maximal streuen, also beispielsweise 2500 Euro investieren und auf 100 Projekte verteilen. Dann liegt die erwartete Rendite über alle Score-Klassen bei 6,7 Prozent.

Garantiert ist die Rendite aber nicht.
Nein, natürlich nicht, das ist ein errechneter Durchschnittswert. Manche Anleger erreichen vier, andere acht Prozent Rendite, das kann schwanken. Bei der Streuung auf 200 Projekte liegt die Wahrscheinlichkeit, eine Rendite von 6,7 Prozent zu erreichen jedoch schon bei 97 Prozent. Wer streut, hat die Rendite quasi sicher. Wenn Sie so wollen, bieten wir also dem Anleger eine attraktive und verlässliche Rendite an, die sich durchaus mit dem Erlös am Aktienmarkt messen kann.

Wie verhindern Sie, dass ein Anleger sich mit einer hohen Summe nur an einem Projekt beteiligt?
Als Anleger einen Kredit über 20.000 Euro komplett alleine zu finanzieren, ist zu riskant. Wir empfehlen jedem Anleger, sein Investment so weit wie möglich zu streuen. Wenn Anleger unseren Portfolio-Builder nutzen, müssen sie eine Streuung auf mindestens 40 Projekte auswählen. Wer manuell investiert, könnte auch hohe Summen in nur ein Projekt stecken. Wir tun aber viel, um das zu verhindern. Jeden neuen Anleger rufen wir an und geben ihm eine Einweisung in die Funktionen unserer Seite, dazu gehört auch eine Einweisung in die richtige Streuung und Risikoadjustierung.

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14 Kommentare zu "Auxmoney-Gründer: „Die Rendite liegt im Schnitt bei 6,7 Prozent“"

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  • @ Herr Kay Marek,

    Ich habe auch noch die alten Zeiten bei auxmoney kennen gelernt, in denen Kreditnehmer Geld bekommen haben, die es nicht hätten bekommen sollten. Das waren dann Kredite, die einem die Performance verhagelt haben. Als auxmoney Anfang 2014 angefangen hat, nicht mehr alle Kreditnehmer zuzulassen, war ich zunächst irritiert. Inzwischen sehe ich aber, dass die neuen Kredite viel besser performen und werde auch weiter investieren. Offen gesagt, bin ich mit meinen 4,3 % recht zufrieden und werde weiter investieren.

    Und Herr Marek, wenn Sie Herrn Kriependorf schon „Vortäuschung falsche Tatsachen“ – vorwerfen, dann lesen Sie bitte ein wenig genauer und werden Sie nicht unfair. Er wird zitiert mit: „Dieser Wert gilt für Anleger, die maximal streuen, also beispielsweise 2500 Euro investieren und auf 100 Projekte verteilen. Dann liegt die erwartete Rendite über alle Score-Klassen bei 6,7 Prozent.“

  • Zu ergänzen ist noch, dass die "guten" Kreditnehmer ihre Kredite meist frühzeitig zurück zahlen, und sich damit das restliche Portfolio verschlechtert.

    Solange man (re)investiert, stimmen zumindest die ausgewiesenen Renditen, aber sobald man keine Reinvestitionen mehr tätigt, also die Rückflüsse verkonsumieren will, sinkt aufgrund der Notleidenden Projekte der Renditenindex dramatisch. Auch das verschweigt auxmoney

  • Dass der Beitrag dem Unternehmen "viel Raum" in dem Beitrag gibt, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass es sich um ein Interview handelt. Dass sich hier subjektiv geäußert wird, ist meiner Meinung nach logisch ;) Ich bin nicht bei auxmoney angemeldet, aber ich finde es gerade in der jetzigen Zeit richtig und wichtig, dass über Anlagealternativen gesprochen wird. Ob man es letztendlichen mit Crowdfunding probiert, ist jedem selbst überlassen.

  • In den Jahren 2012 bis 2013 habe ich insgesamt 13.000 Euro in 85 Projekte investiert.

    Die Bilanz ist ernüchternd: aktuelle Rendite: 0,8 % und aufgrund von Betrugsprojekten, bei denen nie ein Euro zurück gezahlt wurde sowie sich nun in Insolvenz befindlichen Projekten ist die Tendenz weiter fallend.

    Was mich aber am meisten ärgert und wo ich der Geschäftsleitung von Auxmoney Vortäuschung falsche Tatsachen vorwerfe ist, dass bei mir bei 7 Projekte aufgrund der vorliegenden Tatsachen definitiv kein Geld mehr fliessen wird. (Betrugsprojekte sowie Insolvenz) Dennoch wird kein einziges Projekt in meiner Statistik als "ausgefallen" aufgeführt.

    Deswegen ÄUSSERSTE VORSICHT, wenn Herr Krippendorf behauptet, die Ausfallquote liege bei unter 3%!!!! Wenn Ausmoney seine eigenen Statistiken "schönt", damit man neue Anleger mit der Aussage "unter 3%" ködern kann, ist das in meinen Augen nicht das Geschäftsgebaren einer seriösen Firma.

    Wer sich mit anderen Anlegern austauscht, die mehr als 3 Jahre investiert sind, findet sich kaum einen, der mehr als eine durchschnittliche Dividendenrendite (3,4%) erwirtschaftet hat. Und dass bei einem weitaus höhere Risiko, als bei einem Dividendenfonds.

  • Vor Einführung des auxmoney Scorings Ende 2013 lag meine Rendite bei knapp 3%. Da damals ein jeder Kreditnehmer sein Anliegen einstellen durfte, musste jeder Anleger wiederrum für sich selbst entscheiden, welchen Kredit er finanziert. Das Risiko lag bei einem Jedem selbst, auxmoney war ähnlich wie "Ebay" nur Plattform, ohne Empfehlungen auszusprechen.

    Seitdem auxmoney das Scoring eingeführt hat und nur noch vermeintlich solvente Kreditnehmer zulässt, hat sich meine Rendite auf 9,1% erhöht.

    Ich finde es gut, dass auxmoney einem die Entscheidung mittlerweile erleichtert, indem sie ein eigenes Scoring eingeführt haben. Meines Erachtens hätte dies ruhig früher geschehen können. Trotzdem darf man sich nicht beschweren, wenn man vor 2014 eine negative Rendite hatte, da man selbst und ohne Einfluss von auxmoney die Kreditprojekte auswählte. De facto war man selbst verantwortlich.

  • Die Rendite halte ich für optimistisch....
    Ende 2010 habe ich bei auxmoney investiert, bisherige Rendite: -19,99%
    Trotz toller Zertifikate und Ratings wurde von 28 finanzierten Projekten nicht eins wie prospektiert abgewickelt: 12 sind vorzeitig zurück gezahlt, 4 im Mahnverfahren und der Rest (12) im Inkasso. In einem Falle wurde Strafanzeige erstellt. Unterstützung in diesem Falle seitens auxmoney: Nicht vorhanden, eher im Gegenteil, es wurde blockiert wo es geht.
    Auxmoney ist also eine schön dargestellte Hochrisiko-Anlage. Etwas bessere Recherche hätte ich mir vom Handelsblatt schon gewünscht...

  • Beim Start der Firma vor ein paar Jahren habe ich als unabhängiger Finanzberater die Chancen für Anleger in etwa so eingeschätzt, wie sie nun bestätigt werden: im Schnitt Plus/Minus Null. Ich habe natürlich nicht bei Auxmoney investiert und werde auch die Aktie nicht kaufen, sollte es denn zu einem Börsengang kommen, was wohl das Ziel von Herrn Kriependorf sein drüfte. Auch ich finde es für ein angesehenes Wirtschaftsmagazin einigermaßen unpassend, einer solchen Firma derart viel Raum mit zudem noch kaum verfifizierten Angaben einzuräumen.
    PS: Dank an die Online-Redaktion für die bequemere "Kommentarzeile"!

  • Die Durchschnittsrendite liegt also bei 6.7 % ? Gemäss Angaben von Auxmoney gibt es 50.000 Anleger. Mit einer Rendite von -0.35 % liege ich gemäss publizierter Rangliste von Auxmoney auf Rang 2.367.
    Es ist schade, dass eine seriöse Zeitschrift wie das Handelsblatt über eine Firma berichtet, deren Existenz auf neuen Anlegern beruht.

  • Ich habe Crowdlending in den USA kennengelernt, das sich dort zu einer ernst zu nehmenden Anlageklasse entwickelt. Dort explodiert das Geschäft bei dem größten Player, Lending Club, gerade. Rund 10 Mrd.(!) USD sind dort schon vermittelt worden, nach 5 Mrd. im Vorjahr. Börsengang war Ende 2014.

    Das direkte Zusammenführen von Menschen über das Internet hat schon in vielen anderen Lebensbereichen unser Leben radikal verändert. Warum nicht auch in der Bankenwelt? Die USA sind da mal wieder weiter, als wir.

    Ich habe im September meine ersten Gehversuche bei auxmoney gemacht und bin derzeit mit 7,8 % im Plus. Ein Teil meiner aktuellen Gewinne aus dem Aktienmarkt (dort gibt es auch immer typisch deutsche Nörgler, die Geld verlieren, weil sie nicht wissen, wie man es richtig macht) schaufle ich noch zu auxmoney.

    Welche Alternativen habe ich denn? Noch ein paar Barren Gold oder Tagesgeld zu 0,25%? Nein Danke. Dann probiere ich lieber so ein neues Modell aus.

  • Also die 6,7 Prozent kann ich nicht bestätigen meine liegt derzeit bei -7%, etliche Kredite sind bereits bei der ersten Rate ausgefallen, und bei bereits einem solchen Kandidaten braucht man viele Projekte die das "auffangen". Bin seit 2009 dabei, bis 2013 gab es aber auch wesentlich mehr Ausfälle.

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