Auxmoney-Gründer: „Die Rendite liegt im Schnitt bei 6,7 Prozent“

Auxmoney-Gründer
„Die Rendite liegt im Schnitt bei 6,7 Prozent“

Bei der Online-Kreditplattform Auxmoney können Anleger Privatleuten Geld leihen. Im Interview verrät der Chef, warum das Portal rasant wächst, ein Börsengang kommen könnte und die Risiken überschaubar sei sollen.
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Das Büro von Auxmoney liegt ebenso zentral wie repräsentativ auf Düsseldorfs Prachtstraße, der Kö. Die 100 Mitarbeiter der Online-Kreditplattform haben sich aktuell auf 820 Quadratmetern eingerichtet, doch schon bald kommen weitere 500 Quadratmeter hinzu. Kein Wunder, dass Philipp Kriependorf, einer der drei Gründer des Unternehmens, gerne hierher einlädt und stolz die Räume präsentiert. Wachstum steht ganz oben auf seiner Agenda – nicht bloß bei der Bürogröße. Treiber dafür sollen in den nächsten Monaten auch neue Kooperationen sein. Schon jetzt wachsen die vermittelten Kredite und die Zahl der Nutzer rasant. Anleger werden von nahezu traumhaften Renditen angelockt, garantiert werden diese aber nicht.

Herr Kriependorf, Sie erweitern gerade Ihre Bürofläche um 500 Quadratmeter, warum braucht Auxmoney so viel Platz?
Die Zahl der Kreditanfragen wächst enorm, deshalb brauchen wir auch immer mehr Kollegen, um diese zu bearbeiten. Der erste Schritt im Auswahlverfahren läuft zwar automatisch über unser IT-System, aber danach gibt es viel händische Arbeit. Bei uns kann niemand eine Kreditanfrage einstellen, ohne dass wir diese geprüft und die Informationen verifiziert haben. Außerdem werden wir uns durch Kooperationen künftig noch breiter aufstellen.

Wie viele Anfragen bekommen Sie pro Tag?
Jeden Tag kommen etwa 2000 Anfragen. Allerdings werden davon aktuell etwa 80 Prozent abgelehnt, weil die Kreditprojekte es nicht durch unsere Bonitätsprüfung, den „Auxmoney-Score“ schaffen. Viele Menschen, die in einer desolaten finanziellen Situation sind, versuchen natürlich auch bei uns, an neues Geld zu kommen. Doch damit würden wir sie nur in neues Unglück stürzen und auch den Anlegern keinen Gefallen tun.

Sie sind seit acht Jahren am Markt und haben inzwischen Kredite in Höhe von knapp 180 Millionen Euro vermittelt. Wie erklären Sie den Erfolg?
Mit unserem Marktplatz bringen wir Kreditnehmer und Anleger direkt zusammen – ohne viel Bürokratie. Banken nehmen klassischerweise das angelegte Geld der einen Kunden und verleihen es als Kredit an die anderen. Das Problem dabei: Die Anleger bekommen aktuell quasi keine Zinsen mehr, die Kreditnehmer müssen aber trotzdem hohe Zinsen zahlen. Das meiste streicht also die Bank ein. Bei uns verdienen die Anleger mehr und die Kreditnehmer zahlen weniger. Das kommt gut an und sorgt für enormen Zulauf.

Regelmäßig verkünden Sie neue Wachstumsrekorde. Wie lange kann das so weitergehen?
Wir sind überzeugt, dass wir erst am Anfang stehen und das Wachstumstempo auch in den nächsten Jahren locker halten können. Allein 2014 haben wir Kredite in Höhe von 65,3 Millionen Euro vermittelt – so viel wie in den vorangegangenen sieben Jahren zusammen. Schon in diesem Januar und Februar sind wieder insgesamt 35 Millionen Euro hinzugekommen. Inzwischen werden bei uns häufig an nur einem Tag mehr als eine Million Euro finanziert.

Was ist Ihr Ziel für 2015?
Bis Ende 2015 wollen wir mindestens 300 Millionen Euro vermittelt haben – eine halbe Milliarde halte ich auch für realistisch. Wir haben mal Menschen bei einer Onlineumfrage gefragt, wo man einen Kredit bekommt. Nur zwei Prozent haben Auxmoney genannt. Unser Wachstumspotenzial ist also noch enorm.

Kommentare zu " Auxmoney-Gründer: „Die Rendite liegt im Schnitt bei 6,7 Prozent“"

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  • @ Herr Kay Marek,

    Ich habe auch noch die alten Zeiten bei auxmoney kennen gelernt, in denen Kreditnehmer Geld bekommen haben, die es nicht hätten bekommen sollten. Das waren dann Kredite, die einem die Performance verhagelt haben. Als auxmoney Anfang 2014 angefangen hat, nicht mehr alle Kreditnehmer zuzulassen, war ich zunächst irritiert. Inzwischen sehe ich aber, dass die neuen Kredite viel besser performen und werde auch weiter investieren. Offen gesagt, bin ich mit meinen 4,3 % recht zufrieden und werde weiter investieren.

    Und Herr Marek, wenn Sie Herrn Kriependorf schon „Vortäuschung falsche Tatsachen“ – vorwerfen, dann lesen Sie bitte ein wenig genauer und werden Sie nicht unfair. Er wird zitiert mit: „Dieser Wert gilt für Anleger, die maximal streuen, also beispielsweise 2500 Euro investieren und auf 100 Projekte verteilen. Dann liegt die erwartete Rendite über alle Score-Klassen bei 6,7 Prozent.“

  • Zu ergänzen ist noch, dass die "guten" Kreditnehmer ihre Kredite meist frühzeitig zurück zahlen, und sich damit das restliche Portfolio verschlechtert.

    Solange man (re)investiert, stimmen zumindest die ausgewiesenen Renditen, aber sobald man keine Reinvestitionen mehr tätigt, also die Rückflüsse verkonsumieren will, sinkt aufgrund der Notleidenden Projekte der Renditenindex dramatisch. Auch das verschweigt auxmoney

  • Dass der Beitrag dem Unternehmen "viel Raum" in dem Beitrag gibt, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass es sich um ein Interview handelt. Dass sich hier subjektiv geäußert wird, ist meiner Meinung nach logisch ;) Ich bin nicht bei auxmoney angemeldet, aber ich finde es gerade in der jetzigen Zeit richtig und wichtig, dass über Anlagealternativen gesprochen wird. Ob man es letztendlichen mit Crowdfunding probiert, ist jedem selbst überlassen.

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