Bank will Kapital
Aktienschwemme belastet Chinas Börsen

Die Pudong Bank will Anteile im Wert von 5,6 Milliarden Dollar ausgeben – doch die Anleger machen lieber Kasse. Deshalb stürzt die Aktie ins Minus und zieht die anderen Werte mit. Es ist nicht das erste Mal, dass eine geplante Aktienausgabe die Kurse belastet.

PEKING. Erneut hat ein chinesisches Finanzinstitut einen Kursabschwung an Chinas Börsen ausgelöst, weil es den Kapitalmarkt anzapfen will. Laut Medienberichten will die chinesische Shanghai Pudong Development Bank eine Mrd. Aktien im Wert von rund 5,6 Mrd. Dollar ausgeben. Darauf gab der Aktienkurs des in Schanghai notierten Finanzinstituts gestern um zehn Prozent nach und zog den Börsenindex ins Minus.

Bereits am 30. Januar hatte die Minsheng Bank, Chinas erste Bank in Privatbesitz, einen ähnlichen Kursrückgang erlebt, nachdem sie bekanntgegeben hatte, Bonds im Wert von umgerechnet rund 1,5 Mrd. Euro ausgeben zu wollen. Damit soll die geplante US-Expansion der Minsheng Bank finanziert werden.

Auch der Versicherer Ping An hatte vor kurzem einen Kursrutsch mit der Ankündigung ausgelöst, man wolle 1,2 Mrd. neue Aktien ausgeben. Die Aktie verlor seitdem rund ein Viertel an Wert. Der Konzern aus Shenzhen war mit 1,8 Mrd. Euro bei der belgischen Fortis eingestiegen.

Die Pudong Bank, an der die US-Bank Citigroup mit vier Prozent beteiligt ist, gehört mit 380 Zweigstellen zu den eher kleinen City-Banken in China. Die Bank ist jedoch profitabel: Im vergangenen Jahr stieg der Gewinn um 64 Prozent auf 5,5 Mrd. Yuan (rund 550 Mill. Euro).

Die neuen Aktien sollen angeblich noch in der ersten Jahreshälfte ausgegeben werden. Dies wäre die bislang größte Aktien-Refinanzierung eines chinesischen Unternehmens. „Der Markt begrüßt aber momentan nicht gerade eine neue Aktienschwemme“, sagte ein Analyst aus Schanghai.

Andere Experten zeigten sich zudem skeptisch, ob die Bank wirklich die Pläne so bald umsetzen werde. „Da sind viele Gerüchte im Umlauf“, sagte ein Banker. Schon im Mai 2007 war über eine geplante Aktienausgabe der Pudong Bank berichtet worden. Damals war sogar der Börsenplatz Frankfurt ins Spiel gebracht worden.

Die Bank selbst äußerte sich nicht zu den neuen Berichten. Es gebe momentan „nichts bekanntzugeben“, erklärte eine Sprecherin. Durch die Ausgabe zahlreicher neuer Aktien hat sich dieses Jahr bei den Anlegern in China Verkaufsstimmung breitgemacht. Der Leitindex in Schanghai gab bislang um mehr als zwölf Prozent nach. In den vergangenen beiden Jahren hatte der Index deutliche Gewinne verzeichnet.

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