Banken im Zinstief
Bafin nimmt sich Banken und Versicherer zur Brust

Banken und Versicherer ächzen unter den Mini-Zinsen. Jetzt mischt sich die Finanzaufsicht ein: Manches Institut dürfte sie an die kurze Leine nehmen. In einer anderen Sache steht die Deutsche Bank im Fokus der Aufseher.
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Die Finanzaufsicht Bafin will wegen Belastungen durch Niedrigzinsen Versicherungen und kleinere Banken genau unter die Lupe nehmen. Besonders unter Druck stünden derzeit die Versicherer, sagte der neue Bafin-Präsident Felix Hufeld am Dienstag bei der Pressekonferenz der Behörde laut Redetext. Sie könnten die strengeren Kapitalregeln (Solvency II), die 2016 umgesetzt werden sollen, nur „mit erheblicher Anstrengung“ schaffen. „Sollten die Zinsen weiter so niedrig bleiben, werden wir auch mehr Unternehmen in die aufsichtliche Manndeckung nehmen müssen“, kündigte Hufeld an.

Die Bafin habe die Versicherer aufgefordert, bis zum 3. Juni ihre wichtigsten Solvency-II-Kennzahlen vorzulegen – und zwar unter den Marktbedingungen, die Ende 2014 herrschten. Hufeld, der bei der Bafin zuvor für die Versicherungsaufsicht zuständig war, hat im März die Nachfolge von Elke König angetreten, die nach Brüssel gewechselt ist und nun dort die europäische Behörde für die Abwicklung maroder Banken leitet.

Hufeld muss die Bafin neu ausrichten, denn für die Aufsicht über die wichtigsten Geldhäuser ist seit November 2014 die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig. Vertreter der Bafin sind allerdings in den gemeinsamen Aufsichtsteams vertreten, die Deutsche Bank, Commerzbank und andere Großbanken kontrollieren. Zudem sind Bafin und Bundesbank weiter für die Aufsicht von rund 1600 kleineren Banken zuständig, allen voran für Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken.

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Untersuchungen zur Zinsmanipulation der Deutschen Bank abgeschlossen

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