Banken und Versicherer schneiden unterdurchschnittlich ab – Finanzvertriebe oft besser als ihr Ruf
Beratung zur Altersvorsorge bekommt schlechte Noten

Die Vorsorgebranche macht es sich derzeit recht einfach. Sie empfiehlt, Lebensversicherungen abzuschließen, bevor Steuervorteile wegfallen. Solche Ratschläge haben Finanzexperten in einer Studie jetzt gewogen – und für zu leicht befunden. Im Klartext: Die für die Altersvorsorge so wichtige Beratung fällt meist miserabel aus.

DÜSSELDORF. „Für eine gute Beratung zur Altersvorsorge braucht man derzeit Glück“, sagt Udo Reifner, Leiter des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (iff). Im Auftrag der Zeitschrift Ökotest hat der Professor 95 Mal die Beratung von Banken, Versicherungen, Finanzvertrieben und Verbraucherzentralen verdeckt getestet – und vorwiegend schlechte Noten verteilt.

Am schlechtesten wurden die untersuchten Banken bewertet, die im Schnitt nur eine 4,3 erzielten. Dabei waren durchaus bessere Ergebnisse möglich. So wurden einzelne Beratungen der Verbraucherzentrale in Niedersachsen und der bundesweit aktiven Finanzdienstleister MLP und DVAG mit „gut“ benotet – die Gesamtnote von MLP und DVAG fiel aber schlechter aus. Wenig erfolgreich waren die großen Versicherer, die mit ihrem Allfinanz-Anspruch eigentlich problemlos die gesamte Bandbreite der Altersvorsorge anbieten sollten. Sie erreichten nur die Durchschnittsnote 4,1. Und selbst bei den Verbraucherzentralen ist längst nicht alles im Lot. So wurden erhebliche regionale Qualitätsunterschiede ermittelt.

Überraschend gut schnitten Finanzvertriebe ab, die lange Zeit wegen ihrer rüden Verkaufsmethoden verschrien waren. Sie erreichten mit der Gesamtnote 3,7 nur einen zehntel Punkt weniger als die Verbraucherzentralen. Allein die Kölner OVB-Vermögensberatung scheiterte in den Testberatungen. Während die öffentlich geförderten Verbraucherzentralen eine besonders gute Figur bei der allgemeine Beratung machten, gelang es den meisten Finanzdienstleistern oft sogar, tragende Konzepte anzubieten.

In aller Regel erhielt der Kunde bei den Großmaklern einen guten Service und eine solide Haushaltsanalyse. Die Finanzvertriebe sind hinsichtlich ihrer Möglichkeiten deutlich breiter als etwa Versicherungen aufgestellt: Sie schlugen auch Fondslösungen oder Banksparpläne vor. Dennoch gab es auch Mängel. So wurde die gesetzliche Altersrente mehrmals kleingerechnet. Scheinbar versuchten einige Berater, den Kunden mit einer besonders großen Versorgungslücke Angst einzujagen, um so den Vertragsabschluss zu beschleunigen.

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