Banker
Wo die Provisionen fließen

Noch immer mauern Banken bei der Angabe ihrer Provisionen. Anleger holen sich die Auskunft per Gerichtsbeschluss. Handelsblatt Online liegt jetzt eine Liste vor, die zeigt, was Banker verdienen. Die Spannen sind enorm.
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Sie tragen klingende Namen wie King Edwin, MS Hohesand oder OS Istanbul und entwickeln sich für Anleger zum Alptraum. Laut Branchenkenner könnte eine dreistellige Zahl an Schiffsfonds Pleite gehen. Betroffenen droht nicht nur der Totalverlust, sondern auch noch eine Rückzahlung bereits erhaltener Ausschüttungen an den Insolvenzverwalter.

Schiffsfonds sind ein spezielles Anlageprodukt mit hohen Risiken. Trotzdem stiegen in den vergangenen Jahren Privatkunden massenhaft ein. Verbraucherschützer rechnen damit, dass mehr als 200.000 Anleger Anteile im Depot haben. Ein Grund für die rege Nachfrage in den Vergangenen Jahren: Die Verwalter, freie Vermittler und Bankberater haben Schifffonds vertrieben. Zumindest einige von den Beratern dürften dabei mehr an den eigenen Geldbeutel als an das Interesse der Kunden gedacht haben.

Diese Vermutung legt zumindest eine Liste zu den Provisionen von Banken nahe, die  Handelsblatt Online vorliegt. Viele Institute mauern auf Anfrage ihrer Kunden nach wie vor bei der Veröffentlichung ihrer Vermittlungsprovisionen. Anleger ziehen deshalb vor Gericht. Erstmals veröffentlichen Rechtsanwälte jetzt, welche Vergütungen an die Banken fließen.

Anwälte packen aus

Die Liste zeigt beispielhaft: für die Vermittlung eines Schiffsfonds gab es in einem konkreten Fall bis zu 14 Prozent für die Bank. Für Zertifikate gab es Provisionen von drei Prozent pro Jahr. Für den Kauf eines bekannten vermögensverwaltenden Fonds gingen 6,8 Prozent an das Geldhaus.

Viele Geldhäuser tun sich schwer mit der Veröffentlichung ihrer Rückvergütungen. Doch allmählich kommen die bislang geheimen oder nur mit großer Mühe ermittelbaren Sätze ans Licht. Grund ist die so genannte Kick-Back-Rechtsprechung. Danach müssen Banker nun auf Nachfrage der Kunden preisgeben, was sie an den Deals verdienen. Viele wurden inzwischen von Gerichten zu solchen Auskünften verurteilt.

Deshalb wissen nun die Anwälte der Anleger sehr genau, was an Provisionen üblich ist.  Die Informationen sind für Anleger wichtig, weil zu hohe Kosten den Anlageerfolg gefährden. Unisono erklären die Juristen, dass die Höhe der Provisionen sich immer nach dem jeweiligen Produkt richten.

Kommentare zu " Banker: Wo die Provisionen fließen"

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  • Und wer es ganz genau wissen will, was so an Provisionen bezahlt wird, dem empfehle ich die Webseite "Freiheit für deine Finanzen.de" oder die dazu gehörige iPhone/iPad App Transparenz Manager Basic. Mit diesem App kann jeder Verbraucher in Sekundenschnelle die Provision für Finanzprodukte berechnen und die kostenlose Beratung entlarven. Hier findet sich alles, was sich Finanzprodukt nennt und wie viel dafür bezahlt wird.

  • Liebes Handelsblatt,

    wie viel verdienen Sie denn pro verkaufte zeitung??
    Was bekommt bei Ihnen ein Journalist, wenn er so einen Artikel schreibt?

    Nicht nur über andere schimpfen, erst einmal selber alles offenlegen?

  • Wenn ihr die Berichterstattung schon so "genau" nehmt könnt ihr auch schreiben, dass das Hauptprospekt des SIGNA 13 nicht nur mehr als 70 Seiten hat, sonder 198 Seiten umfasst...

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