Bankhaus Herzogpark: „Im Notfall fahren wir die Aktienquote auf Null zurück“

Bankhaus Herzogpark
„Im Notfall fahren wir die Aktienquote auf Null zurück“

Die Vorstände des Münchener Bankhauses Herzogpark erklären, warum ihr Institut keine eigenen Fonds auflegt, wie Anleger von Wachstumsbranchen profitieren und warum es immer wichtiger wird, Aktiendepots aktiv zu managen.
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Mitten in der Bankenkrise haben Sie vor drei Jahren ein neues Bankhaus gegründet. Schwimmen Sie gerne gegen den Strom?
Englbrecht: Wir hatten ursprünglich nie geplant, eine Banklizenz zu erwerben und so viele Kunden zu betreuen. Unser Angebot ist quasi aus der Nachfrage entstanden. Am Anfang stand der Kontakt zu vier vermögenden Familien, die das Vertrauen in Großbanken verloren hatten und einen unabhängigen Vermögensverwalter suchten.

Also haben Sie sich um die Geldanlage gekümmert?
Krieglmeier: Nicht sofort. Anfangs waren wir nur als Berater tätig und haben unsere Kunden bei der Auswahl von Vermögensverwaltern unterstützt sowie eine Ergebnisübersicht über alle Mandate geliefert. Das funktionierte zunächst gut, aber 2008 waren wir mit den Verwaltern nicht mehr einverstanden. Es zeichnete sich ab, dass es an den Märkten weiter bergab gehen würde, doch die Verwalter blieben voll in Aktien engagiert – obwohl das namhafte und erfahrene Personen waren.

Deshalb wurden Sie selbst aktiv?
Krieglmeier: Zuerst haben wir die Mandate der Vermögensverwalter gekündigt und das Vermögen in Festgeld geparkt. Die Entscheidung kam gerade rechtzeitig, so dass unsere Kunden unbeschadet durch die Finanzkrise gekommen sind und kein Geld verloren haben. Als sich der Markt wieder etwas beruhigt hatte, baten unsere Kunden, dass wir uns auch künftig aktiv um ihr Vermögen kümmern sollten.

Für die Vermögensverwaltung hätten Sie aber nicht gleich eine Banklizenz beantragen müssen.
Englbrecht: Gegenüber der Lizenz für Finanzportfolioverwalter hat das einige Vorteile. Zum einen können wir direkt an den Märkten kaufen, ohne dass eine andere Bank zwischengeschaltet ist. Dadurch bekommen wir Wertpapiere zu den tatsächlichen Kursen und müssen keinen Aufschlag zahlen.

Allerdings mussten Sie auch fünf Millionen Euro Eigenkapital einzahlen.
Krieglmeier: Das sehen wir sogar als Vorteil. Wir haben das Bankhaus als Aktiengesellschaft gegründet und ich bin selbst beteiligt. Bei Fehlentscheidungen steht also mein eigenes Geld auf dem Spiel, das stärkt das Vertrauen der Kunden. Die anderen Aktionäre sind Unternehmerfamilien, insgesamt haben wir fünf Millionen Euro eingezahlt.

Persönliche Beteiligung am Risiko ist das eine, was unterscheidet sie noch von anderen Banken?
Krieglmeier: Besonders wichtig ist uns eine objektive Beratung. Der Kunde möchte das haben, was für ihn das Beste ist, zu seiner Strategie am besten passt. Deshalb legen wir keine eigenen Fonds und Zertifikate auf. Genau die waren nämlich der Grund, warum die 2008 engagierten Verwalter damals investiert blieben. Ein Vermögensverwalter, der seinem Kunden rät, alle eigenen Fonds zu verkaufen und in Festgeld zu gehen, würde zu seinen Ungunsten handeln.

Kommentare zu " Bankhaus Herzogpark: „Im Notfall fahren wir die Aktienquote auf Null zurück“"

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  • Hoffentlich versagt sie bei der BAFIN nicht so wie bei Hannover Rück.

  • Das Paar des Bankhauses Herzogpark macht eigentlich nur das, wass jeder mündige Privatanleger macht. Die Anlagen in "Food and Beverage" kann man auch noch gut um Telekoms und ausgesuchte Pharma- und Energiewerte erweitern. Keine Fonds und keine ETFs, die letztlich auch nur Derivate sind. Das ganze weltweit anlegen mit Bevorzugung von Asean Pacific, China, Südafrika und den SMIT Staaten. Natürlich gehören dazu auch die europäischen und amerkanischen Werte mit weltweiter Präsenz.

    Also, nichts Besonderes. Wichtige Tradingregel: Kaufen, wenn die Panik am größten ist und verkaufen, wenn alle von Aktien reden und die Großen einsteigen. (Alter Hut)

    Nur einen Punkt heben die beiden Banker nicht erwähnt: Was macht mit dem großen Cashbestand, wenn man alle Aktien verkauft hat. Auf die Einlagensicherung vertrauen???

  • Das Paar des Bankhauses Herzogpark macht eigentlich nur das, wass jeder mündige Privatanleger macht. Die Anlagen in "Food and Beverage" kann man auch noch gut um Telekoms und ausgesuchte Pharma- und Energiewerte erweitern. Keine Fonds und keine ETFs, die letztlich auch nur Derivate sind. Das ganze weltweit anlegen mit Bevorzugung von Asean Pacific, China, Südafrika und den SMIT Staaten. Natürlich gehören dazu auch die europäischen und amerkanischen Werte mit weltweiter Präsenz.

    Also, nichts Besonderes. Wichtige Tradingregel: Kaufen, wenn die Panik am größten ist und verkaufen, wenn alle von Aktien reden und die Großen einsteigen. (Alter Hut)

    Nur einen Punkt heben die beiden Banker nicht erwähnt: Was macht mit dem großen Cashbestand, wenn man alle Aktien verkauft hat. Auf die Einlagensicherung vertrauen???

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