Bankhaus Metzler: 2013 wird für Anleger ein guter Jahrgang

Bankhaus Metzler2013 wird für Anleger ein guter Jahrgang

Schlimmer als in 2012 soll die Euro-Krise in diesem Jahr nicht werden, meinen die Partner der Privatbank. Die Staaten in Südeuropa hätten dazugelernt – und das Krisenmanagement sei besser als noch vor 80 Jahren.
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FrankfurtDie Partner des traditionsreichen Bankhauses Metzler erwarten für 2013 keine weitere Verschärfung der Staatsschuldenkrise in Europa. „Die Märkte gehen heute nicht mehr von einem Zerfall der Euro-Zone aus“, sagte Emmerich Müller, einer der persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank, im Gespräch mit dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Die zugrundeliegenden Probleme, darunter die Differenzen in der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb Europas und die Überschuldung, würden die Marktteilnehmer zwar noch lange beschäftigen. „Aber - und das gibt Mut - in den südeuropäischen Staatshaushalten wird heute anders mit Geld umgegangen als vorher und es gibt Strukturreformen. Deshalb dürften die Risikoaufschläge für Anleihen dieser Länder weiter sinken“, zeigte sich Müller vorsichtig optimistisch.

Sein Kollege im Partnerkreis, Friedrich von Metzler, sieht im Vergleich zur Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren deutliche Fortschritte und Unterschiede im Krisenmanagement. Damals hätten sich alle Staaten protektionistisch verhalten. „In der momentanen Krise haben sich die Politiker darauf geeinigt, die großen Banken zu retten. Man hat es sogar geschafft, dass der Steuerzahler nicht in allen Fällen Geld verloren hat. Es ist eine völlig andere Welt. Wenn wir uns genug Zeit nehmen, wird alles wieder auf den richtigen Weg kommen“, so von Metzler im Doppelinterview.

Für die Anleger dürfte das Jahr 2013 aus Sicht der Privatbankiers ein guter Jahrgang werden. „Ich könnte mir vorstellen, dass es besser wird als 2012“, sagt Müller. Zwar werde es weiter Turbulenzen geben, aber er rechne mit weniger Schwankungen. Exportwerte aus den Bereichen Automobilbau, Chemie, Infrastruktur und Energie erschienen derzeit besonders interessant.

Vorsichtig äußerte sich von Metzler zu Immobilien. „Bei Immobilien unterschätzt der Deutsche die Risiken. Mit Immobilienanlagen haben viele in der Vergangenheit Geld verloren“, warnte der Bankmanager und verwies unter anderem auf den Leerstand bei Gewerbeflächen in Frankfurt. „Bei Aktien kann man den Preis jederzeit an der Börse feststellen, bei Immobilien nicht.“

Von Metzler nahm auch die Spitze der Deutschen Bank in Schutz, wo gegenwärtig gegen Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung laufen. „Es wird sich zeigen, dass viele der kolportierten Vorwürfe falsch waren und sich als nicht gegenständlich herausstellen.“ Außerdem dürfe man nicht alle Bankmanager über einen Kamm scheren: „Ich kenne viele Banker und Bankiers. Bei weitem die Mehrzahl lassen sich in ihrem Handeln von den richtigen Werten tragen“, sagte von Metzler.

 

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  • @pedrobergerac

    [ ] Du hast es verstanden

  • Leute, lasst Euch bloß nicht verarschen.

    Frage an den Bund der Steuerzahler

    Bei der genauen Betrachtung Ihrer Website ist mir Folgendes aufgefallen.
    Sie beschäftigen sich mit allen Steuerbelangen die man sich nur vorstellen kann.
    Eigentlich fehlt nur ein einziger Betrachtungspunkt:

    Warum müssen wir eigentlich Steuern zahlen?

    Mit dieser Frage will ich Ihr Augenmerk auf die Geldschöpfung lenken, welche in allen Belangen des Finanzwesens, vor allem beim Studium der Wirtschafts(wissenschaften) völlig ausgeblendet wird.

    Will man uns damit verheimlichen, dass die Geldschöpfung durch Privatbanken der eigentliche Grund für die Steuern ist?
    Würde nämlich der Staat, alles Geld dass er braucht, um Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen, Brücken etc. zu errichten und zu unterhalten, würde nämlich der Staat dieses Geld selber aus der Luft schöpfen (Fiat Money) wie es die Privatbanken machen, dann bräuchte er doch keine Kredite aufnehmen, keine Zinsen zu zahlen, wäre nicht verschuldet und wir bräuchten deswegen keine Steuern zu zahlen?

    Wir könnten all unsere Arbeitsleistung, unsere Fähigkeiten, unsere Fertigkeiten, all unser Wissen und unsere Kraft in die Bewältigung der Probleme zu stecken, die wir durch das derzeitige Schuldzinsgeldsystem erst bekommen haben. Wir könnten wirkliche Bildung finanzieren, alle Mütter oder Väter könnten zu Hause bei Ihren Kindern bleiben. Wir könnten eine wirklich lebenswerte Welt erschaffen.

    Warum machen wir das nicht einfach? Warum lassen wir es zu, dass die Banken auf unsere Kosten leben und somit unsere Gesellschaft langsam in den Untergang treibt, wie man aktuell an Griechenland erkennen kann?
    WARUM WIRD UNS DIE TATSACHE ÜBER DIE GELDSCHÖPFUNG VORENTHALTEN?
    WARUM WERDEN WIR VON ALLEN SO DREIST BELOGEN UND BETROGEN?
    Haben Sie sich das schon einmal gefragt?
    Warum ist dies kein Thema für den Bund der Steuerzahler?
    Wem dient der Bund der Steuerzahler? Dem Systemerhalt des Schuldzinsgeldes?

  • ich kann nicht verstehen wie integere Bankiers wie Herr von Metzler vergessen zu sagen, dass die €-Krise erst vorüber sein wird, wenn die bekannten "Geburtsfehler" behoben sein werden. Davon ist derzeit wenig zu erkennen; ich frage mich auch ob viele Regierungen überhaupt bereit sein werden den "Hauptgeburtsfehler", eine einheitliche Fiskalpolitik, überhaupt beheben wollen, bedeuted es doch eine erhebliche Einschränkung der bisherigen Entscheidungsbefugnis. Aber da gibt es ja noch den ESM, der rettet, wenn ein Land "mal wieder dagegen verstößt".
    Daher bin ich für die Lösung der €-Krise nicht so optimistisch.
    Derzeit kaufen die Regierungen Zeit, was vernünftig ist, doch nur wozu? Wo ist die gemeinsame Strategie und das Konzept?
    Einige Schuldnerländer haben kein tragfähiges "Geschäftsmodell", sprich, es ist unklar wie sie die Schulden jemals zurückzahlen können. Auch für dieses Problem sehe ich keinen Ansatz; derzeit wird gespart.
    Der ´"andere Umgang mit Geld" ist mir nicht einleuchted, ist doch das Ausfluss einer Lebenseinstellung, die sich bekanntlich nicht so schnell ändert, vorallem, wenn es mangels eines "Geschäftsmodells" an Alternativen fehlt.
    Ich denke die Aussagen sind eher "politisch"; sie könnten auch von Fr. Merkel stammen, die Hr. von Metzler bekanntlich berät.

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