Bargeld-Debatte: Dieser Schweizer Politiker fordert den 5000-Franken-Schein

Bargeld-Debatte
Dieser Schweizer Politiker fordert den 5000-Franken-Schein

In der Schweiz gibt es eine Initiative, einen noch größeren Geldschein zu schaffen, als es die 1000-Franken-Note schon ist. Einer der Initiatoren ist Manuel Brandenberg. Er will so „die Attraktivität des Franken stärken“.

ZürichDie Bundesregierung will das Bezahlen von Beträgen über 5000 Euro mit Bargeld verbieten. Und die EZB erwägt, die 500 -Euro-Note abzuschaffen. In der Schweiz sind solche Vorstöße undenkbar. Zwei Abgeordneten des Parlaments im Kanton Zug wollen gar die entgegengesetzte Richtung einschlagen: Die beiden Kantonsräte der SVP, Philip C. Brunner und Manuel Brandenberg, fordern in einem Vorstoß die Einführung einer 5000-Franken-Note. Mit-Initiant Brandenberg erklärt dem Handelsblatt die Hintergründe seiner Idee.

Herr Brandenberg, Europa diskutiert die Abschaffung des Bargeldes, sie wollen dagegen eine 5000er Franken-Note einführen. Warum?
Unser Vorstoß beinhaltet nicht nur die Einführung der 5000er Note. Er umfasst auch, dass künftig das Parlament entscheiden soll, welche Nennwerte die Geldscheine haben. Bisher ist dies in der Kompetenz der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Darin sehen wir die potenzielle Gefahr, dass die Notenbankspitze in einer Sitzung drastische Beschlüsse mit Blick auf das Bargeld fällen könnte. Ich glaube zwar nicht, dass SNB-Chef Thomas Jordan solche Pläne hegt. Aber mit unserem Vorstoß wollen wir auch für die Zukunft sicherstellen, dass es die 1000er- Note weiterhin gibt und schlagen dabei auch gleich die Schaffung einer neuen 5000er Note vor.wertauf

Niemand wird aber jemals mit einem 5000er Schein bezahlen? Wer braucht den?
Der Schweizer Franken ist auch als Wertaufbewahrungsmittel gefragt. Die neue Note würde vor diesem Hintergrund die Attraktivität des Franken stärken. Zudem sehen wir in der neuen Note ein Bekenntnis zum Bargeld. Die Schweiz wäre damit nicht einmal allein. In den USA gibt es sogar noch 100.000er Noten. Sie werden zwar nicht mehr gedruckt, doch die Scheine, die es gibt, sind weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel, ebenso die noch existenten 1000, 5000 und 10000 Dollar-Noten. Wir sind also mit unserem Vorstoß in guter Gesellschaft mit den USA, einem großen demokratischen und rechtsstaatlichen Land.

Wie realistisch ist ihr Vorhaben?
Ich rechne ehrlich gesagt nicht damit, dass es umgesetzt wird. Es dürfte im Kantonsrat keine Mehrheit finden. Wir bräuchten schon die Zustimmung von einem Drittel der Abgeordneten im Kantonsrat, damit sich die Regierung des Kanton Zug überhaupt damit befasst. Aber uns ist es bereits wichtig, mit Hilfe unseres Vorstoßes eine Debatte über das Bargeld anzuschieben. Manchmal muss man das Richtige einfach tun, auch wenn es keine Aussicht auf sogenannten Erfolg hat.

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„Bargeld-Grenzen sind ein Instrument zur Einschüchterung und Kontrolle“

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