Bargeld ohne Zukunft?
Nachfrage nach großen Geldscheinen steigt plötzlich

In der Schweiz und Japan ist der Umlauf großer Banknoten deutlich gestiegen. Viele Ökonomen und auch die Schweizer Notenbank sehen Negativzinsen als einen Grund dafür. Was heißt das für den umstrittenen 500-Euro-Schein?
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FrankfurtDie Angst vor Negativzinsen auch für den normalen Sparer scheint zu einer deutlich höheren Nachfrage nach großen Geldscheinen zu führen. Sowohl in der Schweiz, die Ende 2014 die Einführung von Minuszinsen verkündete, als auch in Japan, das Anfang des Jahres Negativzinsen einführte, ist im vergangenen Jahr die Nachfrage nach den jeweils größten Banknoten deutlich gestiegen.

In der Schweiz stieg der Umlauf von 1000-Franken-Scheinen, eine der Banknoten der Welt mit dem höchsten Wert, auf 45,2 Milliarden Franken im Dezember 2015 von 40,5 Milliarden im Vorjahresmonats. Seit der Verkündung der Minuszinsen ging der Umlauf um mehr als 17 Prozent nach oben, wie Zahlen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von Montag zeigen. Eine Sprecherin der SNB sagte dem „Wall Street Journal“, dass der Anstieg der Nachfrage „zu einem gewissen Grad wegen der Negativzinsen“ gestiegen sei.

In Japan stieg die Nachfrage sogar schon vor der Verkündung der Negativzinsen. Im vergangenen Jahr ging die Anzahl an 10.000-Yen-Noten um 6,2 Prozent nach oben, der größte Sprung innerhalb eines Jahres seit 2002.

„Die Negativzins-Politik wird wahrscheinlich die Präferenz der japanischen Haushalte nach mehr Cash noch intensivieren“, sagte Hideo Kumano, Volkswirt am Dai-ichi Life Research Institute der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Trend zu mehr Bargeld spiegele die Sorge um die Verfassung der Wirtschaft wider. „Das ist keine gute Entwicklung.“

Der Bargeldumlauf in der Euro-Zone steigt ebenfalls seit Jahren. So deutliche Sprünge wie in der Schweiz oder Japan sind beim 500-Euro-Schein jedoch bislang nicht aus den Daten der Europäischen Zentralbank abzulesen. Die Nachfrage nach 50-Euro-Scheinen oder 100ern zog beispielsweise deutlich stärker an.

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Auch die Deutschen sorgen sich vor Minuszinsen

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  • HB :"Die Angst vor Negativzinsen auch für den normalen Sparer scheint zu einer deutlich höheren Nachfrage nach großen Geldscheinen zu führen."
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    Angst vor den Negativzinsen ? Es ist wohl eher anzunehmen, dass der Sparer den "bail in" bei der Pleite seiner Bank fürchtet. und um dem zu entgehen, benötigt er nun mal größere Scheinchen, um die "bail in" sicher zu deponieren und wenn die Mario Draghi nicht liefern möchte, liefert sie eben der Zentralbanker eines anderen Landes ---- so einfach isses !!

  • Nachtrag:

    "Die Welt" berichtet zum Thema Geld schon folgendes

    http://www.welt.de/finanzen/article152579189/Jetzt-kommt-der-Strafzins-im-Leben-der-Deutschen-an.html



  • Och, bis die aus dem Quark gekommen sind ist eh nichts mehr da.
    Die handeln doch selber nach der Devise "Tomorrow never comes".

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