Barometer
Insider werden vorsichtiger

Deutschlands Top-Manager haben bei Dax-Ständen von 6 000 Punkten zuletzt weniger Aktien des eigenen Unternehmens gekauft als noch in der ersten Septemberhälfte. Da war das Marktbarometer kurzzeitig unter das Niveau von 5 800 Punkten gefallen. Das zeigt die aktuelle Ausgabe des Insider-Barometers, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking im vierzehntägigen Turnus berechnet.

FRANKFURT. „Bei den gestiegenen Indexständen gab es zuletzt zwar weniger Aktienkäufe, umgekehrt hat aber die Zahl der Verkäufe nicht zugenommen“, sagt Fifam-Experte Olaf Stotz. Das Insider-Barometer gibt mit 141 Punkten noch immer ein eindeutiges Kaufsignal, auch wenn es vor zwei Wochen noch bei 148 Punkten lag. Der neutrale Bereich, in dem sich Käufe und Verkäufe etwa die Waage halten, liegt zwischen 90 und 110 Punkten. Alles, was darüber liegt, zeigt, dass Vorstände, Aufsichtsräte und deren Familienmitglieder von steigenden Kursen ausgehen. In der Vergangenheit lagen sie damit in den meisten Fällen richtig.

Damit sind die so genannten Firmeninsider im Moment deutlich optimistischer als die Aktienstrategen der großen Banken. Diese sprachen in einer Handelsblatt-Umfrage in der vergangenen Woche mehrheitlich von einer Seitwärtsbewegung bis zum Jahresende.

Den auffälligsten Kauf der letzten beiden Wochen gab es beim Dax-Unternehmen Linde. Beim Industriegase- und Gabelstapler-Hersteller hat Vorstandsmitglied Aldo Belloni für knapp 140 000 Euro Aktien über die Börse gekauft. „Der Insiderkauf unterstreicht unsere äußerst positive Einschätzung zu Linde“, heißt es von Commerzbank Private Banking. Das hat besonders mit der Übernahme des britischen Konkurrenten BOC zu tun, die allgemein am Aktienmarkt als „sehr sinnvoll“ eingestuft wurde. Hinzu kommt die geplante Abspaltung der Gabelstaplersparte, für die Linde dank des jetzt schon sehr großen Interesses von Finanzinvestoren einen hohen Verkaufspreis erzielen dürfte. Generell unterliegen Aktienkäufe von Dax-Vorständen über die Börse besonderer Beachtung, da diese gewöhnlich schon über hohe Aktienoptionsprogramme verfügen. „Wer zusätzlich Papiere über die Börse zukauft, dokumentiert besonderes Vertrauen in die künftige Kursentwicklung seines Unternehmens“, sagt Fifam-Experte Stotz.

Das gilt in diesem Fall auch für BASF-Vorstand Stefan Marcinowski, der zuletzt für knapp 120 000 Euro Aktien orderte. Damit liegt er im Gleichklang mit den meisten Analysten. Von den 32 Experten, die die Aktie laut dem Nachrichtendienst Bloomberg beobachten, raten 20 zum Kauf, jedoch nur einer zum Verkauf der Aktie.

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