Baubranche
Gewinner der Globalisierung

An der Börse haben die meisten Bauwerte in den vergangenen Wochen starke Verluste erlitten. Doch viele Analysten teilen die Skepsis des Marktes nicht. Sie favorisieren die Aktien der Baukonzerne Hochtief und Bilfinger Berger. Die Investment-Idee des Tages.

FRANKFURT. Wenn sich die Konjunktur abschwächt, bekommen das zyklische Branchen wie die Bauwirtschaft schnell zu spüren. Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognosen für die Branche deshalb vor kurzem nach unten revidiert. Für das laufende Jahr erwarten sie in Europa einen Rückgang der Bauausgaben um 3,9 Prozent, und auch 2009 wird es nach Meinung der US-Investmentbank noch einmal um 2,3 Prozent nach unten gehen.

Auch an der Börse haben die meisten Bauwerte in den vergangenen Wochen starke Verluste erlitten. So fielen die Aktien des Essener Hochtief-Konzerns seit Dezember von knapp 95 Euro in der Spitze bis unter 60 Euro. Allerdings teilen Analysten die Skepsis des Marktes nicht, sondern zeigen sich für Hochtief und die deutsche Nummer zwei, Bilfinger Berger, sehr zuversichtlich: Nach Angaben des Datenanbieters Bloomberg empfehlen zurzeit zehn von 18 Bankexperten die Hochtief-Aktie zum Kauf, bei Bilfinger raten gar 15 von 17 Analysten zum Einstieg.

Den scheinbaren Widerspruch zwischen negativem Umfeld und positiven Kursprognosen begründen Analysten zum einen mit den vollen Auftragsbüchern von Hochtief und Bilfinger Berger. Beide Unternehmen hatten 2007 Aufträge im Rekordvolumen erhalten. Ralph Dörper, Analyst der WestLB, hebt zudem die breite Ausrichtung der beiden MDax-Unternehmen hervor: „Wie andere Baukonzerne in Europa haben auch die deutschen Firmen in den vergangenen Jahren ihr Geschäft gut diversifiziert und die Abhängigkeit vom zyklischen Baugeschäft deutlich verringert.“

So hält Hochtief in seiner „Airport“-Sparte Beteiligungen an nationalen und internationalen Flughäfen und bietet im Segment „Facility Management“ technische und Infrastruktur-Dienstleistungen für Gebäude und Liegenschaften an. Einen starken Fokus auf den Dienstleistungssektor hat auch Bilfinger Berger. Mit zwei Zukäufen in Norwegen und Australien hat das Unternehmen den Bereich, der 2007 drei Viertel der Konzernerträge Euro beisteuerte, vor kurzem weiter ausgebaut.

Das wachsende Gewicht der Dienstleistungen steigert zum einen die Profitabilität der Konzerne. Ralf Dibbern, Analyst bei MM Warburg, schätzt die Margen hier auf rund fünf Prozent, während sie im klassischen Baugeschäft nur bei ein bis drei Prozent liegen. Zum anderen sorgen die Service-Aktivitäten für eine Stabilisierung der Erträge, da sie stetige Cash-Flows liefern. „Dadurch können die Baufirmen Projektrisiken und konjunkturelle Risiken besser abfedern“, sagt Dibbern.

Seite 1:

Gewinner der Globalisierung

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%