Bei einigen Dax-Werten schwindet die „Going East“-Phantasie – Stellung von Siemens und Linde scheint ungefährdet
Profis sehen steigende Risiken im Osten

Die Meldung jagte VW-Aktionären zuletzt einen gehörigen Schrecken ein: Der Automobilkonzern, der bislang im Boomland China unangefochtener Marktführer ist, kämpft im Reich der Mitte mit drastisch fallenden Marktanteilen und muss deswegen die Preise senken.

FRANKFURT/M. Börsianer fragen sich deshalb, ob Volkswagen als Beispiel für viele deutsche Konzerne steht, die zuletzt unter der Devise „Going East“ sowohl auf China als auch auf die Märkte in Zentral- und Osteuropa große Hoffnungen setzten. Bislang waren unter Anlegern die Erwartungen, die sich daraus ableiteten, hoch.

Generell ist die Frage, wie groß die Chancen, aber auch die Risiken einer Expansion gen Osten einzuschätzen sind, nicht eindeutig zu beantworten. Analysten unterscheiden dabei danach, ob der jeweilige Markt, in dem ein Unternehmen tätig ist, hohe oder niedrige Eintrittsbarrieren hat und regulative Risiken zu befürchten sind.

Gerade bei Volkswagen, aber auch bei Siemens, MAN, Henkel und Metro sind die Eintrittsbarrieren in den jeweiligen Märkten nach Ansicht von Ralf Kugelstadt von der Schweizer Investmentbank UBS relativ niedrig, so dass sich diese Unternehmen auf steigenden Wettbewerb einstellen müssen. „Das trifft speziell Volkswagen und Siemens, die sehr früh in ihren Märkten tätig waren und nun aktiv werden müssen, um ihre dortigen Margen und Marktanteile zu halten“, sagt Kugelstadt. Speziell im Fall Volkswagen hält Markus Mächler von Credit Suisse First Boston (CSFB) hohe Investitionen im Wachstumsmarkt China für nötig, um billiger produzieren zu können und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Deswegen stuft er die VW-Aktie weiterhin nur mit „halten“ ein. Von China-Phantasie also keine Spur mehr.

Etwas anders gestaltet sich die Situation bei Siemens. Der Elektrokonzern ist ebenfalls schon lange in China und Osteuropa tätig und generiert dort jeweils zwischen vier und fünf Prozent seines Gesamtumsatzes. Zwar spürt auch Siemens den zunehmend härteren Wettbewerb, dem Unternehmen kommt nach Ansicht von Analysten jedoch seine breite Aufstellung in den Bereichen Kraftwerks- und Maschinenbau bis hin zur Telekommunikation zugute. Dabei kam der kürzlich vorgestellte Zwölf-Punkte-Plan „profit and growth“ bei Analysten gut an, der unter anderem vorsieht, den Umsatz in China in den nächsten drei bis fünf Jahren zu verdoppeln.

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