Bei flauen Märkten bringt ein Mix aus soliden Aktien und spekulativen Investments die Rendite
Anlageprofis wählen Aktien nach strengen Kriterien aus

Was tun, wenn die Aktienmarktrally von nachgebenden Notierungen abgelöst worden ist und auch bei festverzinslichen Papieren Kursverluste drohen? Deutschlands führende Vermögensverwalter im Bereich der höheren Risikoklassen schlagen mit einer konzentrierten Auslese die Aktienindizes.

DÜSSELDORF. Dazu kommen spekulative Elemente, wie das Engagement in Wachstumsmärkten oder etwa die Wette auf steigende Rohstoffpreise. „Ich traue dem Aktienmarkt derzeit überhaupt nicht“, sagt etwa Vermögensverwalter Nikolaus Belling, der auf der Rangliste der Rankingagentur für Vermögensverwalter, Firstfive, in den beiden höchsten Risikoklassen schon seit Jahren zu den Besten gehört. Der auf Aktien spezialisierte Vermögensverwalter hat nach den Kursgewinnen der vergangenen Monate übergewichtete Positionen wie Allianz, MAN, Siemens oder Zürich Financial abgebaut und im Schnitt 20 % Kasse gebildet – ein Puffer, der weitere Kursverluste in der gegenwärtigen Korrekturphase abschwächen soll. Rendite sucht Belling jetzt auch auf ungewöhnlichen Pfaden, etwa über das Engagement in Schwellenmärkten. Er hat Russlandfonds im Portfolio; das Land profitiere vor allem von dem steigenden Bedarf an Rohstoffen. Auch ein indisches Index-Zertifikat hat Belling jüngst gekauft.

Hinzu kommt die Spekulation auf weiter steigende Rohstoffpreise. Vor allem in der rasch wachsenden Volkswirtschaft China steige der Bedarf weiterhin kräftig, erwartet Belling. Nach Zertifikaten auf das Edelmetall Palladium hat er nun auch Kaffeeindexzertifikate erworben. „In China wird bis jetzt praktisch nur Tee getrunken, aber mit der Öffnung zur westlichen Kultur dürfte dort die Nachfrage nach Kaffee rasch steigen.“ Solche Engagements wählt Belling allerdings strikt als Beimischung. „Drei Prozent vom Gesamtportfolio sind angemessen, mehr nicht.“ Als Aktientitel schätzt Belling IDS Scheer, Alcatel, Epcos und Infineon, dazu Klassiker wie BASF, BMW, Deutsche Bank und Eon.

Auch Oliver Meus von der Dr. Meus Vermögensverwaltung hat seine Kassenbestände erhöht. Der nach Firstfive beste in der höchsten, auf die reine Aktienanlage beschränkten Risikoklasse konzentriert sich vor allem auf Werte aus Europa und hat derzeit solide Übernahmekandidaten wie Aventis und Celanese im Blick. „So lange die Übernahmediskussion läuft, ist dort der Kurs nach unten abgesichert“, sagt Meus. Einen Schutz vor bösen Überraschungen durch Bilanzmanipulationen gewährten Titel, bei denen die Firmengründer oder deren Nachfolger noch finanziell engagiert seien. Dazu gehörten etwa der Porsche-Konzern, der Finanzdienstleister AWD, die Schweizer Transport- und Logistikfirma Kühne & Nagel oder das Marktforschungsinstitut GfK. Auch die Schweizer Vermögensverwaltung Julius Bär zähle zu dieser Kategorie. Ein wesentlicher Punkt bei der Auswahl sei auch, dass das Unternehmen in seinem Geschäftsfeld führend sei. „Microsoft halte ich nicht mehr, die Aktie hat jeder, und innovativ hat sich dort lange nichts Umwerfendes mehr getan.“

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