Beide Branchen treten bei Übernahmen gegeneinander an
Hedge-Fonds machen Private Equity Konkurrenz

Hedge-Fonds und Private-Equity-Fonds rücken näher zusammen. An den Rändern beider Märkte kann es daher zu Konkurrenzsituationen kommen. Diese Auffassung vertreten Heidi Zatlukal vom Finanzhaus Morgan Stanley und Lars Jäger von der Partners Group.

FRANKFURT/M. Hedge-Fonds verfolgen traditionell kurzfristige Strategien, Private-Equity-Häuser stellen dagegen langfristig Eigenkapital zur Verfügung. Doch die Grenzen verschwimmen. Führende Vertreter aus dem Bereich Private Equity (PE) wie David M. Rubenstein, Gründer und geschäftsführender Direktor des Private-Equity-Unternehmens Carlyle Group, hatten jüngst auf die Gefahr für ihre Branche hingewiesen: Immer mehr Hedge-Fonds fischten in fremden Gewässern und würden zu einer Konkurrenz für PE-Fonds. „Sicher ist, dass Hedge-Fonds und Private-Equity-Fonds in Randbereichen zusammenwachsen“, sagt Jäger, dessen Schweizer Unternehmen in beiden Segmenten aktiv ist. Ein Aufeinandertreffen dieser beiden Finanzierungsformen sei vor allem im Bereich Merger & Acquisitionen bzw. Buyouts – also Fusionen und Übernahmen – der Fall.

Tatsächlich haben Hedge-Fonds ihre Investmentstrategien jüngst geändert, wie Lawrence C. Salameno von der Permal-Group in New York berichtet. Hedge-Fonds hätten so genannte Lockup-Vereinbarungen eingeführt, die Investoren für einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren mit ihren Anteilen binden; die typische Laufzeit von PE-Fonds liegt bei fünf Jahren.

Hedge-Fonds generieren global immer stärkere Kapitalzuflüsse. Ein Teil der Gelder fließt in PE-ähnliche Strategien. So haben sie die Möglichkeit, ihre an den Aktienmärkten bislang vor allem kurzfristig angelegten Strategien stärker mittelfristig auszurichten. Für Akteure, die sich in der PE-Branche auf Buyouts spezialisiert haben, ist dies eine große Herausforderung. Für Kapitalanleger hat die zunehmende Konkurrenz insofern einen Vorteil, als die Aktienkurse bei Übernahmen in die Höhe getrieben werden.

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Der Fall Deutsche Börse zeigte zuletzt auf, dass Hedge-Fonds stärker in die Domäne von PE-Häusern eindringen und versuchen, einen stärkeren Einfluss auf die Geschäftspolitik von Unternehmen zu nehmen, in die sie ihr Geld investieren. Ein weiteres Beispiel für das Zusammenwachsen dieser beiden Anlageklassen ist im Engagement des Hedge-Fonds Highfields Capital Management zu sehen, der gegen die Konkurrenz von PE-Unternehmen nicht nur den Aktionären von Circuit City Stores Inc. eine Übernahmeofferte unterbreitete, sondern sich auch eine 6,1-prozentige Beteiligung an der Fast-Food-Kette Wendy’s International aufbaute.

Experten wie Iain Jenkins von Hedge Fund Intelligence glauben, dies sei erst der Beginn in der Neuausrichtung einiger Hedge-Fonds. „Mehr und mehr Hedge-Fonds werden in den nächsten Monaten auf diesem Gebiet aktiv werden“, sagt auch Gavin Rankin von der Citibank Private Bank.

Jenkins schränkt aber ein: Meist würden solche Strategien nur sehr opportunistisch genützt, sagt der Experte. Sobald die Gelegenheit verschwunden sei, würden sich die Hedge-Fonds relativ rasch wieder zurückziehen. Auch Jäger und Zatlukal betonen, dass trotz der Konkurrenz in Randbereichen beide Finanzierungsformen nebeneinander existieren könnten.

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