Beratungsgesellschaft
Ernst & Young erwartet stärkstes Private-Equity-Jahr seit 2008

Die Aktivitäten der Firmenjäger nehmen wieder zu. Mehr und mehr spektakuläre Milliarden-Deals sorgen für Aufsehen. Die Beratungsgesellschaft Ernst & Young erwartet noch weitere Steigerungen.
  • 0

FrankfurtSeit einigen Wochen machen Finanzinvestoren in Deutschland wieder mit Milliardenübernahmen auf sich aufmerksam. Der 3,3 Milliarden Euro teure Kauf des Verlags Springer Science durch die Beteiligungsfirma BC Partners war gar der größte Deal seit der Finanzkrise. Die Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) erwartet in einer am Dienstag vorgestellten Studie, dass 2013 das stärkste Private-Equity-Jahr in Deutschland seit 2008 werden dürfte. Damals kauften Finanzinvestoren hierzulande Unternehmen für 15 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr waren es bereits 9,4 Milliarden Euro - rund 15 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die EY-Daten beziehen sich allerdings nur auf die Transaktionen, deren Wert bekannt gegeben worden ist. Das sind 27 Prozent.

Grund für die stärkeren Aktivitäten der Firmenjäger sind die verbesserten Finanzierungsbedingungen. Dank niedriger Zinsen und wieder etwas risikofreudigerer Banken kommen sie leichter an Kredite - ihrem Schmierstoff Nummer eins für Übernahmen. So konnte BC Partners für den Springer-Science-Deal fast drei Viertel des Kaufpreises fremdfinanzieren. Bis vor Kurzem war maximal die Hälfte drin.

Daneben gab es noch zwei weitere Milliardentransaktionen im ersten Halbjahr: Das Private-Equity-Haus CVC kaufte den Energiedienstleister Ista für 3,1 Milliarden Euro. Der Industriekeramikhersteller CeramTec ging für 1,5 Milliarden Euro an Cinven.

Bei vielen dieser Übernahmen ist der Verkäufer aber ebenfalls ein Finanzinvestor, wie beispielsweise bei Springer Science. "Wirklich neue Deals sind weiter Mangelware", erklärte EY-Private-Equity-Experte Alexander Kron. Es gebe nach wie vor unterschiedliche Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern. Zudem fehle es an Kaufzielen. Gerade im Mittelstand bestünden noch immer Vorbehalte gegenüber Beteiligungsfirmen. Trotz aller positiver Signale steht für Kron daher fest: "Ein nachhaltiger Aufschwung des Private-Equity-Marktes ist weiterhin nicht in Sicht." In den Boomzeiten vor der Finanzkrise investierten die Beteiligungsfirmen in Deutschland pro Jahr 30 bis 50 Milliarden Euro, sprich mehr als doppelt soviel wie derzeit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Beratungsgesellschaft: Ernst & Young erwartet stärkstes Private-Equity-Jahr seit 2008 "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%