Besser als der Dax
Anleger schätzen kleine Aktien

Die Situation ist grotesk: Investoren ordern unablässig Aktien aus der zweiten und dritten Reihe und treiben die Nebenwerteindizes MDax und SDax von einem Allzeithoch auf das nächste. Erst gestern übersprang der MDax erstmals die Marke von 7 000 Punkten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) der 30 Top-Unternehmen notiert hingegen noch immer rund 35 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Frühjahr 2000. Und die Investoren denken nur langsam um – viel langsamer als von Marktstrategen erwartet.

FRANKFURT/M. „Es lässt sich derzeit nur ein erster Schwenk in Richtung der Marktschwergewichte feststellen“, sagt Carsten Klude vom Hamburger Bankhaus M.M. Warburg.

Für Anleger gilt deshalb: Kurzfristig wird die starke Nachfrage nach Nebenwerten anhalten, zumal es sich dabei nicht um ein rein deutsches, sondern um ein weltweites Phänomen handelt. Auch in den USA und Japan sind Nebenwerte teurer als Standardwerte. Langfristig orientierte Anleger sollten aber nach Dax-Titeln greifen, empfehlen Experten.

Grund dafür sind in erster Linie die unterschiedlichen Bewertungen zwischen großen und kleinen Werten. Während Dax-Titel derzeit mit dem 12,5fachen des Gewinns für die kommenden zwölf Monate bewertet sind, ist es im MDax der 15,5fache und im SDax gar der 16,5fache Wert. Dies führt zu der Konstellation, dass Dax-Titel so günstig sind wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr, kleine und mittlere Werte hingegen so teuer wie seither nicht mehr. „Normalerweise müssten Dax-Titel mit einem Aufschlag von 20 Prozent gegenüber Aktien der zweiten und dritten Reihe gehandelt werden“, sagt Roland Ziegler von der BHF-Bank. Der Grund: Kleine Werte bieten weniger Transparenz und mehr Risiko, was sich entsprechend in einer niedrigeren Bewertung niederschlagen sollte.

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