Besser als der Markt
Die große Zwischenbilanz der Musterdepots

Die Bilanz der drei Handelsblatt-Musterportfolios fällt knapp drei Jahre nach dem Start überzeugend aus. Uneins sind sich die Betreuer jedoch über die Aussichten von Dax & Co.
  • 0

FrankfurtAuf die drei Experten der Handelsblatt-Musterportfolios ist Verlass. Während der europäische Aktienindex Stoxx seit dem Start Anfang 2014 auf der Stelle tritt, erzielten die Musterdepots zweistellige Renditen. Doch die Profis suchen nach der richtigen Strategie, nachdem die Kursrally an der Wall Street US-Aktienindizes wie den marktbreiten S&P 500 auf ein neues Allzeithoch getrieben hat. Die Antworten der Betreuer der Portfolios fallen in der derzeitigen Börsenphase höchst unterschiedlich aus.

„Das aktuelle makroökonomische Umfeld ist weiterhin positiv für Dividendenpapiere“, sagt Alexander Kovalenko vom Vermögensverwalter Bayerische Vermögen, der das „Social Trading“-Depot steuert. Die Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken bleibe im Großen und Ganzen expansiv, auch wenn sich die Schere zwischen dem Euro-Raum und den USA allmählich öffne. Das Zinsniveau stelle keine Gefahr für die Aktienmärkte dar. Zudem hätten die europäischen Börsen aus Bewertungssicht nach wie vor erhebliches Potenzial, urteilt der Fachmann. US-Titel seien dagegen im Schnitt zwar nicht besonders günstig, „doch Aktienmarktrallys können deutlich länger dauern, als das unter rationalen Gesichtspunkten denkbar ist“, ergänzt Kovalenko.

Zumindest verhalten optimistisch beurteilt Sönke Niefünd von der Otto M. Schröder Bank die Lage, der das „Privatbank“-Depot verantwortet: „Die auseinanderlaufende Geldpolitik zwischen der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank werde zu einem noch schwächeren Euro führen, was wie ein Konjunkturprogramm wirkt – vor allem für die exportstarken Dax-Konzerne.“ Dem deutschen Leitindex traut der Profi bis Ende 2017 einen Anstieg bis in den Bereich zwischen 11 300 und 11 500 Zählern zu. Im Jahresverlauf rechnet Niefünd mit hohen Schwankungen, die er nutzen möchte, um strategische Positionen aufzubauen.

Deutlich skeptischer zeigt sich Georgios Kokologiannis, der das Redaktionsdepot des Handelsblatts verantwortet: „Das Portfolio ist auf mittelfristig bestenfalls stagnierende Notierungen bei Dax & Co. eingestellt und erzielt in diesem Szenario rund acht Prozent zusätzliche Rendite bis zum Herbst 2017“, erklärt der Finanzredakteur.

Die drei Musterdepots werden seit Anfang 2014 geführt. Privatanlegern sollen aussichtsreiche Ansätze vorgestellt werden, mit denen sie ihre Renditeziele erreichen können – auch in den heutigen schwierigen Marktphasen. Unter dem Strich treten Aktienkurse in Europa seit über drei Jahren auf der Stelle. Und der Dax notiert rund 14 Prozent unter seinem im April vergangenen Jahres erreichten Allzeithoch bei 12 391 Punkten.

Anleger fragen sich, was zu tun ist. Das Handeln der Experten ist als Hilfe für sie gedacht. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den Depots, sondern stehen Nachvollziehbarkeit und Transparenz des Anlageverhaltens.

Seite 1:

Die große Zwischenbilanz der Musterdepots

Seite 2:

Zweistellige Renditen

Kommentare zu " Besser als der Markt: Die große Zwischenbilanz der Musterdepots"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%