Beständiger Vorsprung
Alte Werte stehen hoch im Kurs

Das Dreijahreshoch an Europas Börsen lenkt den Blick selbst skeptischer Anleger wieder auf die Anlageform Aktie. Auf lange Sicht ist sie in vielen Zeitabschnitten eine erfolgreiche Geldanlage – allerdings mit hohen Schwankungen.

DÜSSELDORF. Selbst auf Sicht von fünf Jahren haben Anleger noch Verluste hinnehmen müssen. Besser steht da, wer auf solche Titel im Deutschen Aktienindex (Dax) setzt, die länger als 30 Jahre an der Börse notiert sind. Denn mit ihnen ließ sich nach Berechnungen des Handelsblatts eine höhere Rendite erzielen als mit dem gesamten Dax.

Wer zu Beginn des Jahres 1973 – so weit lässt sich die jährliche Wertentwicklung (Performance) der Dax-Werte zuverlässig samt Einberechnung der Dividenden und Aktiensplits zurückberechnen – auf den Dax setzte, kommt auf einen jährlichen Gewinn von 6,9 Prozent. Die Rendite aus deutschen Staatsanleihen liegt mit 7,7 Prozent höher. Die Öl- und Weltwirtschaftskrise in den 70er-Jahren und prozentual zweistellige Zinsen Anfang der 80er-Jahre gaben den Ausschlag zu Gunsten der Anleihen. Auch die große Talfahrt zu Beginn dieses Jahrtausends machte es Aktien schwer, sich zu behaupten. Auf Sicht von 30 Jahren kehrt sich das Bild aber schon um: Aktien sind mit 7,7 Prozent etwas erfolgreicher als Anleihen, die 7,5 Prozent abwerfen.

Besser schneiden jedoch Aktien ab, die mindestens 30 Jahre börsennotiert sind. Ob in den letzten zwei, fünf, zehn, 20, 30 Jahren oder seit 1973: Stets schneiden die 19 „alten Aktien“ besser ab als der Dax. Dieser legte seit 1973 mit 773 Prozent deutlich weniger zu als die alten Titel. Sie kamen auf 2 066 Prozent. Aufs Jahr umgerechnet ergibt das eine Dax-Performance von 6,9 Prozent gegenüber 9,4 Prozent für die alten Werte.

Ein Blick auf die 19 Oldies zeigt, dass Anleger seit 1973 mit allen Titeln Gewinne machten. Spitzenreiter BMW kommt jährlich auf 13,2 Prozent. Am Ende stehen Hypo-Vereinsbank, Commerzbank und Lufthansa mit 5,3 bis 6,3 Prozent. Nur diese drei Titel schneiden schlechter als der Gesamt-Dax ab.

Etwas weniger dramatisch, aber immer noch deutlich sind die Unterschiede auch auf Sicht von zwei, fünf, zehn und 20 Jahren. Auffällig ist, dass die 19 alten Aktien die dreijährige Talfahrt bis 2003 viel besser überstanden und sich anschließend stärker als der Rest erholten. Einem Dax-Verlust von insgesamt fast 40 Prozent in den vergangenen fünf Jahren steht ein elfprozentiger Gewinn der 19 alten Werte gegenüber. Und im Aufschwung der beiden vergangenen Jahre gewannen die Oldies mit 28 Prozent doppelt so viel wie der Gesamt-Dax.

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