Beteiligungen
Anleger haben Chancen auf dem Pflegemarkt

Es gibt immer mehr alte Menschen in Deutschland. Mit diesem Argument werben Anbieter für Beteiligungen an Pflegeheimen. Worauf Anleger achten sollten.

Was haben es die Anleger des "Sachwertfonds 43" gut: Erst beschafft ihnen Fondsinitiator Herbert Ebertz einen Pächter für ihr Hotel in Chemnitz - die Dorint-Gruppe, an der Ebertz praktischerweise selbst beteiligt ist. Und als das Hotel schlecht läuft und die kriselnde Dorint aus dem Pachtvertrag aussteigen will, hat Ebertz gleich die Lösung parat: das Gebäude in eine "Seniorenresidenz" verwandeln und es an den Pflegeheim-Betreiber SenVital vermieten - an der ist er, doppelt praktisch, ebenfalls beteiligt. Vor Kurzem sind die ersten Senioren eingezogen.

Ebertz steht mit seiner Vorliebe für Senioren nicht alleine, Investitionen in Pflegeheime boomen. Mehr als zwei Milliarden Euro sollen in diesem Jahr in den Markt fließen, haben Experten von Feri Rating & Research berechnet. Neben Fondsanbietern wie Ebertz, SAB und DCM interessieren sich auch Banken, Versicherungen und Pensionskassen für Heime als Geldanlage. Das hat zwei Gründe. Erstens: Immobilieninvestoren müssen Alternativen finden, weil die Preise für Bürotürme und Wohnanlagen zuletzt deutlich gestiegen sind. Und zweitens das alte Lied: Der Anteil der Alten an der deutschen Bevölkerung wächst, immer mehr Senioren brauchen eines Tages einen Pflegeplatz.

Klingt einleuchtend, aber Privatanleger sollten wissen, dass Heime trotzdem keine Selbstläufer als Geldanlage sind. Hohe Kaufpreise, miserable Standorte, unrealistische Kalkulationen oder insolvente Betreiber - solche Risiken gefährden die schönsten Renditeprognosen. Und anders als bei Büros und Wohnungen ist der Kreis potenzieller Pächter klein; läuft das Heim nicht, lässt sich nur schwer Ersatz finden. Bevor Anleger auf Pflegeheime setzen, sollten sie wissen, worauf es ankommt.

Die Demografie hilft in der Tat. Bis 2020 soll die Zahl der über 80-Jährigen von rund 3,5 Millionen auf 4,9 Millionen und die Zahl der Pflegefälle von 2,1 Millionen auf 2,5 Millionen steigen. Nicht einig sind sich die Experten, wie viele dieser neuen Pflegefälle daheim betreut werden und wie viele von ihnen in Heime kommen. Deutsche Bank Research schätzt, die Zahl der Pflegeheimbewohner werde von heute 640 000 auf 950 000 im Jahr 2020 zulegen. Feri erwartet bis dahin 880 000, die auf den Pflegemarkt spezialisierte Unternehmensberatung Terranus 800 000 Heimbewohner.

"Bei konservativer Kalkulation sind pro Jahr etwa 13 000 zusätzliche Pflegeplätze nötig", sagt Terranus-Geschäftsführer Carsten Brinkmann. Hinzu komme ein Ersatzbedarf für wegfallende, weil unrentable Plätze in derselben Größenordnung. Nach dieser Rechnung würden pro Jahr rund 200 neue Heime gebraucht, was einem Investitionsvolumen von zwei Milliarden Euro entspricht - in etwa die Summe, die Investoren dieses Jahr tatsächlich ausgeben.

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