Beteiligungsfonds: Schmale Renditen mit dem Schlumpf

Beteiligungsfonds
Schmale Renditen mit dem Schlumpf

Der Schlumpf-Hersteller Schleich gehört mehrheitlich einem Finanzinvestor. Die Rendite ist überschaubar - über welche Fallstricke Private-Equity-Investoren stolpern können.
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Sie sollten längst eine neue Heimat gefunden haben, eigentlich: Doch Papa Schlumpf, Schlumpfine, der Dichterschlumpf und ihre Verwandten und Freunde müssen weiter ausharren in Schwäbisch Gmünd. Seit sieben Jahren sind sie ausgerechnet fest in der Hand von Gestalten, die Ex-SPD-Chef Franz Müntefering einst als Heuschrecken bezeichnete: 2006 kaufte der Finanzinvestor HgCapital gut drei Viertel an dem Spielzeughersteller Schleich, die gleichnamige Gründerfamilie aus dem Schwäbischen behielt den Rest an den weiß-blauen Freunden.

Finanzinvestoren sind keine Gefährten auf ewig. Deshalb wurden im vergangenen Herbst Investmentbanken, darunter auch Goldman Sachs, damit beauftragt, einen Käufer für den Spielwarenhersteller Schleich zu finden. Vor Monatsfrist ist dieses Projekt vorerst gescheitert. HgCapital soll 200 Millionen Euro gefordert, Interessenten schlumpfige 160 Millionen Euro geboten haben – fünf Millionen Euro weniger, als der Wert, den HgCapital noch in seiner Bilanz für seine drei Viertel an Schleich stehen hat.

Dem HgCapital-Engagement beim schwäbischen Mittelständler dürfte damit bestenfalls ein überschaubarer Erfolg beschieden sein. Und es zeigt exemplarisch, dass es für Vertreter der oft mystifizierten Private-Equity-Branche alles andere als ein Selbstläufer ist, ordentliche Renditen einzufahren. Private-Equity-Fonds stellen Unternehmen Kapital zur Verfügung. Die Kapitalanteile werden aber, anders als Aktien, nicht öffentlich an Börsen gehandelt – sind deshalb „privat“.

Klassische Private-Equity-Fonds wie die von HgCapital, KKR, Blackstone oder 3i sind in der Regel nur institutionellen Investoren oder Multimillionären zugänglich. Um auch durchschnittlichen Privatanlegern etwas bieten zu können, konstruieren findige Finanzvertriebe Dachfonds, die Geld einsammeln und in größeren Paketen an Private Equity (PE) weiterreichen.

Für Privatanleger stehen vier Wege für ein Investment in Private Equity zur Wahl:

  • geschlossene Fonds, meist kostenintensive Dachfonds, die erst nach Ende ihrer Laufzeit Geld zurückzahlen;
  • Investmentfonds mit Aktien von Private-Equity-Unternehmen;
  • Zertifikate und börsengehandelte Fonds (ETF) auf Aktienindizes, die Kurse von Private-Equity-Unternehmen abbilden;
  • Aktien von Private-Equity-Unternehmen selbst.

Bei Letzteren gibt es wiederum verschiedene Klassen: solche, mit denen sich Anleger direkt in die Beteiligungen an Portfoliounternehmen einkaufen (zum Beispiel die deutschen Werte Aurelius und GBK), und solche, die Erträge aus dem Management von Private-Equity-Fonds versprechen, wie etwa die Aktien der US-Größen Blackstone und KKR.

Wer Letztere kauft, sollte sich auf starke Schwankungen einstellen. Beteiligungen über geschlossene Fonds wiederum sind nur etwas für erfahrene Investoren, die einige Faustregeln beachten sollten. Sie bekommen die Schwankungen in den Portfolios der Private-Equity-Gesellschaften zwar nicht mit – müssen sich aber zehn Jahre oder länger gedulden, um zu sehen, ob ihre Rechnung tatsächlich aufgeht.

Denn auch ausgewachsene Heuschrecken greifen kräftig daneben. Laut einer Untersuchung des New Yorker Datenspezialisten Preqin von Mitte Juni stecken in Private-Equity-Fonds weltweit 116 Milliarden Dollar in wahrscheinlich unverkäuflichen Beteiligungen fest. Zombie-Fonds nennt Preqin diese Investments. Auch deutsche Privatanleger dürften daran beteiligt sein – wenn auch meistens wohl ohne ihr Wissen.

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