Bill Gross
Sparern drohen 15 magere Jahre

Der Manager des größten Anleihefonds der Welt erwartet kein Ende der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank. Leidtragende sind vor allem Sparer.
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New YorkSparer könnten nach Ansicht von Bill Gross am Finanzmarkt für bis zu 15 Jahre ins Hintertreffen geraten. Basis dieser Einschätzung des viel beachteten Fondsmanagers ist die Aussicht, dass die USA ihre Leitzinsen niedrig lassen dürften, um dadurch ihre Verschuldung zu reduzieren.

Sparer werden gegenüber Schuldnern benachteiligt, sagte Gross Ende vergangener Woche auf Bloomberg-TV. Bei der Allianz-Tochter Pimco verwaltet der 67-Jährige den weltgrößten Anleihefonds. „Die Währungshüter versuchen, das Ungleichgewicht von zu hohen Schulden und zu attraktiven Zinsen auf Ersparnisse auszugleichen. Man könnte das als finanzielle Repression bezeichnen. Wir nennen es Taschendiebstahl.“ Der US-Leitzins von null bis 0,25 Prozent belaste die Inhaber von Anleihen, argumentiert Gross. Er verweist darauf, dass die beschleunigte Inflation bei festen Bondkupons zu immer stärker negativen Realrenditen führe. Indessen kämen die niedrigen Zinsen den Staatsfinanzen zugute, denn sie verringerten die Kosten des Schuldendienstes, so Gross.

Die Differenz zwischen der Rendite zehnjähriger US- Staatsanleihen und der Inflationsrate ist in diesem Monat erstmals seit Ende 2008 in negatives Territorium gerutscht. Gross empfiehlt Anlegern daher, Alternativen zu US-Bonds zu suchen. Dazu gehörten Anleihen von Entwicklungsländern und Emerging Markets, die nicht auf Dollar lauten und höhere Renditen bieten. Attraktive Alternativen seien auch kanadische und deutsche Staatsanleihen sowie amerikanische Unternehmensanleihen, bekräftigte Gross vorherige Empfehlungen.

Quelle: Bloomberg

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  • "Die Ursache für das Sinken des Zinsfußes wird vorzüglich darin gefunden, daß die besonders rentablen Kapitalanlagen großen Maßstabes heute erschöpft sind und nur Unternehmungen von geringer Ergiebigkeit übrig bleiben. …Nur ein allgemeiner europäischer Krieg könnte dieser Entwicklung Halt gebieten durch die ungeheure Kapitalzerstörung, welche er bedeutet."

    (Aus der Zeitschrift des Sparkassenverbandes, 1891)

    Kein vernünftiger (nicht religiös verblendeter) Mensch wäre dazu bereit, in einer fehlerhaften (kapitalistischen) Marktwirtschaft zu arbeiten, wenn er weiß, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg - zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten - unvermeidlich ist.

    Also wurde - durch die gezielte Programmierung des kollektiv Unbewussten - der Prototyp eines Kulturmenschen (Adam) erschaffen, der einigermaßen angstfrei in einer a priori fehlerhaften Makroökonomie überleben konnte, in der der Krieg der Vater aller Dinge war - bis zur Erfindung der Atombombe!

    Die (allgemeine) Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich "Auferstehung" (Apokalypse). Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

    http://www.deweles.de/willkommen.html

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