Bill Gross stänkert
„War es mehr als Glück?“

Buffett, Soros oder Bill Miller – diese Investoren gelten als lebende Legenden. Aber haben sie es wirklich drauf? Ein anderer Börsenguru meint, sie hätten vielleicht nur Glück gehabt. Der wahre Test stehe erst bevor.
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Eines muss man William H. Gross, kurz: Bill Gross, lassen. Er versteht es, im Gespräch zu bleiben. Immer mal wieder sorgt der Börsenguru mit gezielten Provokationen für Aufmerksamkeit. Diesmal hat er noch einen draufgesetzt: eine Abrechnung mit den ganz Großen seiner Branche. Warren Buffett, George Soros, Bill Miller und er selbst seien gar nicht so gute Investoren, wie alle denken, schreibt Gross in seinem jüngsten Investmentausblick mit dem Titel „The Man in the Mirror“. In Wahrheit hätten sie vielleicht nur großes Glück gehabt.

Das allein lässt schon aufhorchen. Aber damit nicht genug. Zwischen den Zeilen erfährt der Leser, dass Gross noch um eine andere Botschaft geht. Er prophezeit eine Zeitenwende.

Bill Gross ist der bekannteste, vielleicht auch der einflussreichste Anleiheinvestor der Welt. Er ist Gründer und Co-Chef von Pacific Investment Management, kurz Pimco. Die Gesellschaft verwaltet ein Vermögen von 1,5 Billionen Dollar. Allein der Pimco Total Return Fund ist knapp 290 Milliarden Dollar schwer. Seine Verdienste haben Gross den Spitznamen „Bond King“ eingebracht, zu deutsch: „König der Anleihen“.

„Jeder von uns, selbst alte Hasen wie Buffett, Soros, Fuss, und ja - auch ich, hat seine Laufbahn im vielleicht vorteilhaftesten Zeitraum begonnen, im attraktivsten Zeitalter, das Anleger erfahren durften“, schreibt Gross nun. Wahrscheinlich habe das Zeitalter die Männer geprägt, und nicht umgekehrt die Männer das Zeitalter („Perhaps, however, it was the epoch that made the man as opossed to the man that made the epoch“).

Hat Gross der Mut verlassen, oder warum klingt er plötzlich so kleinlaut? Wohl kaum. Dafür ist der Mann zu lange im Geschäft. Sein erstes Geld soll er in den 1960er-Jahren im Casino verdient haben. Mit dem Buch „Beat the Dealer“ des Mathematikers und späteren Hedge-Fonds-Managers Edward Thorp im Gepäck sei er nach Las Vegas gereist, heißt es. Aus anfänglich 200 Dollar habe er beim „Black Jack“  nach wenigen Monaten 10.000 Dollar gemacht. Ein guter Start für eine Karriere als Investor.

Gross gründet im Jahr 1971 in Newport Beach, Kalifornien, seine Vermögensverwaltung. Die Kunden überhäufen ihn mit Geld, weil Gross seine Sache gut macht. Im Jahr 2000 tritt der Allianz-Konzern an ihn heran, der deutsche Versicherer kauft Pimco für 2,5 Milliarden auf. Gross behält weiter das Sagen. Gemeinsam mit Mohamed El-Erian bestimmt er bis heute die Geschicke von Pimco.

In seiner aktuellen Investmentkolumne blickt er zurück auf die 1970er-Jahre. Damals ließen die USA dem Dollar freien Lauf, indem sie sich von seiner Anbindung an Gold verabschiedeten. Was folgte war ein gigantischer Boom von Geld auf Pump, das rund um den Globus zirkulierte. Es wirkte wie Raketentreibstoff an den Finanzmärkten. Davon hätten Anleger profitiert, bequem und mit überschaubarem Risiko, wie Gross schreibt. Selbst zwischenzeitliche Schwankungen ließen sich gut aushalten.

Doch damit ist es nach Meinung des Investors nun vorbei. Ein neues Zeitalter hat begonnen.

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  • Mit Geld "Geld" zu verdienen kann gesellschaftlich nicht erwünscht sein. Vielleicht ist es das was Gross als die besondere Veränderung registriert: Risikoloses Geld verdienen wird zunehmend schwieriger - Geld sollte im Wirtschaftsgetriebe lediglich die Bedeutung eines Transmitters / Botenstoffs / oder von gespeicherter Arbeitsleistung haben. Die neue Botschaft an Anleger könnte lauten: Geht auf irgendeine Art unternehmerische Risiken ein - risikolos schlummernde Geldvermögen werden langsam aber sicher entwertet.

  • Aber nur wenn eine Normalverteilung vorliegt, die Variablen metrisch sind, Homoskedastizität gegeben ist und die verwendeten Daten unabhängig voneinander sind.

  • Wahrscheinlich war es überwiegend Glück. Jeder Abiturient mit Mathe GK kann es nachrechnen, Stochastik Grundlagen. Wenn ein Investor zu 50% richtig liegt bei einer Entscheidung, also rein zufällig, dann wird es bei 32 Investoren einen geben, der bei fünf aufeinanderfolgenden Entscheidungen 5 mal richtig liegt. Klar? Von 32 bleiben nach einer Entscheidung 16, nach der 2. noch 8 usw. - Kann gerne auch eine Einführung in die Regressionsanalyse geben. Hilft sehr bei Anlagentscheidungen.

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