Bis zu 150 Unternehmen stehen in den Startlöchern
Banker rechnen mit IPO-Boom in Europa

Der Markt für Neuemissionen (IPO) in Europa wird nach zwei schwachen Jahren 2004 wieder kräftig in Fahrt kommen. Die führenden Investmentbanken in London rechnen sogar mit einem regelrechten „Boom an Börsengängen“. Sie gehen davon aus, dass auf dem Kontinent 100 bis 150 Firmen in den Startlöchern stehen, und auch größere Unternehmen wieder an die Börse streben. „Das Emissionsvolumen kann sich 2004 gegenüber dem laufenden Jahr vervierfachen“, prognostiziert der Europa-Aktienstratege der Schweizer Investmentbank UBS Warburg, James Renwick.

FRANKFURT/LONDON. Bis Ende 2003 werden nach jetzigem Stand gut 80 Firmen im Gesamtwert von knapp sechs Mrd. Euro neu an den europäischen Börsen gelistet, eine Vervierfachung wären rund 24 Mrd. Euro.

Auch in Deutschland, wo es im ablaufenden Jahr zum ersten Mal seit 1968 keinen einzigen Börsengang gegeben hat, hellt sich die Stimmung wieder auf. Hans Jörg Schüttler, Managing Director bei der Investmentbank Morgan Stanley in Frankfurt, erwartet 2004 zehn IPOs. Die Hypo-Vereinsbank rechnet mit fünf bis zehn neuen Unternehmen auf dem Kurszettel.

Mögliche Kandidaten sind beispielsweise die Postbank, T-Mobile, der Generika-Produzent Hexal, das Sanitärunternehmen Grohe, der Brillenhersteller Rodenstock und die Chemieunternehmen Cognis und Wacker. Auch Bertelsmann, Air Berlin und dem Bezahlsender Premiere wird ein IPO zugetraut. Zwar halten sich die betroffenen Unternehmen mit konkreten Aussagen zurück. Bei vielen befinden sich die Börsenpläne nach Einschätzung von Emissionsexperten aber schon in einem fortgeschrittenen Stadium und könnten innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate verwirklicht werden.

Dennoch sind die Experten mit Blick auf Deutschland für das kommende Jahr keineswegs euphorisch. Auf dem deutschen Markt rechnen sie erst 2005 mit einer Normalisierung. Schüttler geht davon aus, dass es dann wieder zehn bis 20 potenzielle IPO-Kandidaten gibt – wie es vor der großen Baisse der Fall war.

Als Gründe für den erwarteten Aufschwung in Europa 2004 verweisen die Experten darauf, dass auf dem Kontinent eine weitere Welle von Privatisierungen bevorstehe. Allein in Frankreich könnte sich der Staat von Beteiligungen in zweistelliger Milliardenhöhe trennen. Darüber hinaus wollen Wagniskapital-Finanzierer (Private Equity) endlich ihre Beteiligungen verkaufen.

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