Blaue Briefe der Anlegerschützer Deutschland, deine Kapitalvernichter

Wer schafft es, das Geld der Anleger am schnellsten zu verbrennen? Anlegerschützer haben die schlechtesten deutschen Aktien bestimmt. Darunter sind fünf Dax-Konzerne. Zocker setzen aber häufig gerade auf diese Verlierer.
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Geld durch den Schornstein: Selbst in guten Jahren schaffen das einige Unternehmen. Quelle: Getty Images

Geld durch den Schornstein: Selbst in guten Jahren schaffen das einige Unternehmen.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfCommerzbank, RWE, Solarworld – vor diesen Unternehmen warnen Anlegerschützer. Die Namen stehen auf der Liste der größten Kapitalvernichter am deutschen Aktienmarkt, die die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) jedes Jahr erstellt.

Nur wer es geschafft hat, den Großteil des Geldes seiner Anteilseigner zu verbrennen, wird in die unrühmliche „Watchlist“ der DSW aufgenommen. „Wer jetzt – trotz Hausse – noch auf der Liste steht, hat mehr als nur kleine operative Probleme und es gilt für Anleger, ernsthaft die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle zu prüfen“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW.

Eigentlich haben Anleger keinen Grund zu klagen. Das vergangene Jahr verlief für sie sehr erfreulich. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verzeichnete ein Plus von 25 Prozent. Noch stärker legten die kleinen und mittleren Unternehmen zu. Der MDax stieg um gut 36 Prozent, der TecDax um 41 Prozent.

Umso erstaunlicher sind zwei Entwicklungen: Erstens ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland trotz neuer Dax-Rekorde deutlich gesunken. Im vergangenen Jahr haben sich nach Angaben des Deutsche Aktieninstituts (DAI) rund 600.000 Menschen vom Aktienmarkt verabschiedet. Damit sind nur noch 8,9 Millionen Deutsche direkt oder indirekt in Aktien engagiert.

Zweitens ist es einer Reihe von Unternehmen in diesem guten Börsenjahr gelungen, auf ganzer Linie zu enttäuschen. Das trifft ganz besonders auf Solarworld zu. Die Anlegerschützer vom DSW führen die Solarfirma auf Platz eins der Kapitalvernichter.

Solarworld hatte mehr als eine Milliarde Euro Schulden angehäuft, das Grundkapital war aufgezehrt. Die Aktie stürzte ab, war nur noch wenige Cent wert. Die Pleite stand kurz bevor. Diese wendete das Bonner Unternehmen durch einen Schuldenschnitt gerade noch ab.

Die Gläubiger konnten 55 Prozent ihrer Forderungen in neue Aktien tauschen. Die großen Verlierer waren die Altaktionäre – ihr Anteil an dem Unternehmen schrumpfte auf fünf Prozent. Betroffen war auch Frank Asbeck, der Gründer und Chef von Solarworld. Er verkaufte den Großteil seiner Aktien für rund neun Millionen Euro. In den besten Zeiten waren seine Anteile mehr als eine Milliarde Euro wert.

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10 Kommentare zu "Blaue Briefe der Anlegerschützer: Deutschland, deine Kapitalvernichter"

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  • Der größte Kapitalvernichter in diesem Land, noch weit vor jedem DAX-Konzern, ist die öffentl. Hand. Neben der Bundesregierung selbst sind hier u.a. auch die Landesbanken zu nennen. Jedes Jahr werden von diesen mehrstellige Mrd-Beträge zulasten des deutschen Steuerzahlers und Rentners im Ausland verblase, sei für schwachsinnige Kriegseinsätze, windige US-Anlagen etc pp ...

  • @ Diamant

    „....Kohle, Atomstrom etc. sind schon seit Jahrzehnten Dauersubventioniert.“

    Der Abbau der Kohle wird mit dem „Kohlepfennig“ subventioniert, das verbrennen nicht. Bei den Kernkraftwerken sind Sie der grünen Propaganda aufgesessen, es sei denn, Sie sind in der Lage eine Bundestagsdrucksache oder ein Gesetz zu benennen, in der/dem explizit steht in welchem Rahmen Kernkraftwerke subventioniert werden. Wenn Sie dann noch eine Bilanz eines Kernkraftwerkes vorweisen können, in der die empfangenen Subventionen aufgeführt sind, bin ich bereit Ihre Parole zu akzeptieren. Zum Schluß, erklären Sie, wer unter etc. Subventionen bekommen soll.

  • Firmen vernichten vorsätzlich Kapital und Manager erhalten dafür Boni. Und wie sieht es mit der Politik/Politiker aus? Diese sind schlimmer. Aufträge werden vergeben mit der Prämisse: Experten = Versager müssen da sein (BER), Preise billigst, damit man eine Steigerung von 1000% vornehmen kann zu Lasten der Steurzahler/Bürger und Zeit muss min. 100 Jahre sein. betragen.

  • @ Marc_Hofmann

    Naja...Dauersubventionen bestimmen nicht nur das EEG - Kohle, Atomstrom etc. sind schon seit Jahrzehnten Dauersubventioniert. Das Problem ist nur, das diese Subventionen aus dem Steuertopf genommen werden (also intransparent), die "Subvention" der EE´s aber direkt durch die EEG Abgabe auf der Stromrechnung sichtbar weitergegeben wird.
    Marktwirtschaftlich ist beides nicht ;-)

    Oder sind sie da anderer Meinung?

    Also wenn wir wirklich ehrlich sind, dann muss jedwede Energiesubvention abgeschafft werden, oder alles aus dem Steuertopf subventioniert werden oder alles über die Stromrechnung transparent gemacht werden. Nur dann kann man von marktwirtschaftlichen Verhältnissen reden, denn nur dann haben alle die gleichen Voraussetzungen - alles andere ist Augenwischerei.

  • @Diamant
    Das EEG hat keiner kommen sehen und die es gesehen haben, haben bewusst weggeschaut bzw. im Bundestag für die Einführung dieses planwirtschftlichen Zwangs-EEG gestimmt!
    Das EEG gehört überhaupt nicht angepasst, sondern komplett abgeschafft! Das EEG ist reine staatliche Willkür. Und diese politische Willkür bringt kein Vertrauen mehr in die Marktwirtschaft. Dauersubventionen und Abzocke bestimmen das EEG und dies wird der Untergang unserer Wohlstandgesellschaft sein!

  • @ Marc_Hofmann

    Wenn man etwas schon länger weiss (spätestens seit 2002 ist es offiziell mit dem Atomausstieg, aber gewusst hat man es schon wesentlich früher), das es kommen wird, dann ist es eher schändlich sich nicht darauf einzustellen, zumal man damals schon/noch die Möglichkeiten hatte, dies zu tun. Aber Gewinne Maximieren ging schon immer vor vernünftiger Planung und Umstellung - das wissen wir alle. Unternehmen mit "Alleinstellungsmerkmalen" werden Strategien (wie gesagt...man sieht es immer wieder) immer nur durch Druck ändern - das ist auch "Marktwirtschaft". Denn wenn ein Kartell (und nichts anderes waren die großen 4 Energieversorger vor dem Beginn der Dezentralisierung) die Macht über Leid und Wehe hat, dann wird sich nie was ändern ausser den Preisen für die Verbraucher ;-)
    Genauso ist es bei den Großen Raffineriekonzernen/Erdölkonzernen/Tankstellenketten(gibts auch nur 3 oder 4 in Deutschland - die freien Tankstellen mit Marktanteil von unter 5% müssen da einkaufen). Wie man da ja weiss ist auch Abgesprochen worden. Oder nehmen wir Banken - Goldpreise manipuliert, Aktienpreise und Derivate manipuliert...etc.
    Und genauso war/ist es hier - das hatte niemals was mit Marktwirtschaft zu tun. Nur funktioniert eben genau dieses System nun durch die Dezentralisierung der Energieversorgung nicht mehr - jetzt kommen wir wirklich bald zur Marktwirtschaft (hoffentlich). Leider haben die großen 4 immer noch zuviel Einfluss auf die Politik und können durchsetzen, dass diese ihnen über den Umweg der Zwangsabgabe selbst bei Eigenverbrauch das Geld zuzuschieben.

    Das EEG ist nicht der Weisheit letzter Schluss und sollte überarbeitet werden - das ist richtig - aber nicht zugunsten der Energiekonzerne sondern zugunsten der Menschen. Energie und Wasser sind Grundbedürfnisse in der heutigen Zeit und genau so sollten sie behandelt werden - als Menschenrecht, nicht als Profitmaschine!

  • @Diamant
    Sie haben wirklich keine Ahnung von der Marktwirschaft und den Zusammenhang mit der Freiheit einer Marktwirtschaft mit der Entwicklung der Technik und Wohlstands eines Volks.
    Die politisch Diktierte Energiewende auf Basis eine Plan-Antimarkt Gesetzes (EEG) Vernichtet nicht nur die Technik und die Wirtschaft in unseren Land, sondern vernichtet auch gut bezahlte Industriearbeitsplätze und Wohlstand für VIELE Bürger.
    RWE hat einen Fehler gemacht...die sind auf die EEG-Energiewendepolitik voll eingestiegen anstatt dagegen zu Klagen und Protest zu erheben....lautstark und unmissverständlich.
    Dieser Terium ist weder Manager, noch hat dieser Kerl ein Rückgrat...eine Schande für das Unternehmen und unsere Gesellschaft ist so ein Energiewende-Unterwerfungs-Verhalten von RWE an die deutsche Energiepolitik!

  • „Wir sind spät in die erneuerbaren Energien eingestiegen – vielleicht zu spät“, gab Vorstandschef Peter Terium...zu

    Genau da liegt der Haken. Fast 20 Jahre Zeit vergeudet - wird Zeit, das die das Einsehen. Brauchen sich also nicht darüber aufregen, dass sie an Boden verlieren.
    Das ist wie mit den Autobauern/Ölkonzernen - die wollen auch nicht begreifen, dass Öl und damit herkömmlicher Treibstoff, in nicht allzuferner Zukunft der Geschichte angehören wird. Einzig die Saudis haben begriffen, dass Ihre Ölquellen nicht ewig sprudeln und bauen sich um.

    Aber das interressiert hier ja eh keinen, weil alle nur bis "Morgen" denken. Wie solls auch anders sein in einem Land, wo es bald mehr Singles geben wird als Familien - Deutschland/Europa schafft sich ab. Die Chinesen, Araber und Afrikaner wirds freuen - endlich mehr Raum ;-)

  • Der deutsche Staat schafft es am schnellsten mit seinen gesetzlich diktierten Markteingriffen, wie es das EEG und der ESM darstellen, Volksvermögen (Kraftwerke und Erspartes) massiv und in schnellster Zeit zu verbrennen.
    Die Folgen der EURO-Schulden-Banken-Länder Rettung (ESM) und der politisch diktierten Ethik-Energiewende (EEG) ala Merkel und Schäuble sind vernichtend für unseren Volkswohlstand und unsere inländische Wertschöpfungskette!
    Mangel, Armut und rapider Wohlstandsverlust werden die nächsten Jahre weiter kennzeichnen. Diese ökosozialistische Machterhaltungspolitik von Merkel und Schäuble stürtzt unsere deutsche Gesellschaft weiter in den Abgrund.

  • Frage: "Wer schafft es, das Geld der Anleger am schnellsten zu verbrennen?"

    Antwort: Der Staat mit seiner hirnrissigen Energiewende.

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