Börse
Chinas Nationalmannschaft rettet die Welt

Der Markteinbruch an chinesischen Börsen in den vergangenen Wochen lässt die Staatsführung offenbar nicht kalt. Sie lässt wohl die Kurse mit Milliarden stützen – auch, um ein großes Fest nicht zu versauen.
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Peking, DüsseldorfChinesische Aktienkurse haben am Freitag den zweiten Tag in Folge deutlich zugelegt – und auch der Yuan zog gegenüber anderen Währungen an. Der wahrscheinliche Grund: Chinas „Nationalmannschaft“ stützt die Kurse im Vorfeld einer großen Feier am 3. September in Peking. Staatspräsident Xi Jinping nimmt dann eine große Parade zum 70. Jubiläum des Endes des Zweiten Weltkriegs ab. Nachrichten über einen Börsencrash könnten dann als störend empfunden werden.

Den Spitzenamen „Nationalteam“ haben eine Reihe staatlicher oder dem Staat nahestehende Finanzbetriebe erhalten, die teilweise mit Milliardenspritzen oder gelockerten Anlageregeln die Möglichkeit bekommen haben, Aktien im großen Stil aufzukaufen.

Zum „Nationalteam“ gehören Unternehmen wie China Securities Finance Corp oder Central Huijin Investment und staatliche Pensionsfonds. Mit den vorgängen vertraute Personen sagten, dass seit Donnerstag die staatlichen Interventionen auf den Märkten laufen würden, um den stärksten Kurssturz seit 1996 zu bremsen.

In den vergangenen Wochen sind die chinesischen Kurse deutlich gefallen. Der Shanghai Composite Index fiel beispielsweise allein am Montag 8,5 Prozent – ein Tag, der selbst in chinesischen Staatsmedien daher als „Schwarzer Montag“ bezeichnet wurde.

Am Freitag erholten sich die Börsen in China kräftig, den zweiten Tag in Folge. Der Shanghai Composite stieg um 4,82 Prozent auf 3232 Punkte, der Shenzhen Component Index um 5,32 Prozent auf 10.800 Punkte. Auch die Anhebung des Yuan-Wechselkurses am Freitag gilt als Zeichen, dass die Regierung vor den Feierlichkeiten am 3. September „das Gesicht wahren“ wolle, so die Finanzberatung Brilliant and Bright Investment Consultancy.

Bernard Aw, Anlagestratege bei IG Asia in Singapur, sagt: „Ich höre, dass es einige große Kauforders für große Aktien wie ICBC und Bank of China gibt. Das könnte heißen, dass die 'Nationalmannschaft' im Spiel ist.“ Die Erholung sei nicht fundamental – also durch Wirtschaftsdaten – begründet, meint Yan Liu, Händler bei Guosen Securities in Shenzhen. Das deute auf staatliche Intervention hin.

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