Börse Experten erwarten kräftige Rally

An den Märkten macht sich ein Optimismus breit, der kaum für möglich gehalten wurde: Der Dezember soll die Kurse antreiben. Und im Januar könnte es weitergehen. Einige Schätzungen sehen den Dax bereits bei 6500 Punkten. Und das in diesem Jahr. Allerdings hat die Sache einen Haken.
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Schwein gehabt: Die Börsianer können auch in den nächsten Monaten mit steigenden Kursen rechnen. Quelle: dpa

Schwein gehabt: Die Börsianer können auch in den nächsten Monaten mit steigenden Kursen rechnen.

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FRANKFURT. Allen Turbulenzen der vergangenen Tage zum Trotz rechnet die Mehrzahl von Marktstrategen, Fondsmanagern und Anlageberatern damit, dass die Kurse an den internationalen Aktienmärkten bis zum Jahresende noch einmal spürbar anziehen werden. Die jüngsten Verwerfungen, die durch die Schuldenkrise in Dubai ausgelöst wurden, sehen die Experten dabei nicht als entscheidendes Hemmnis, das den Aufschwung bremsen könnte. "Die Gesamtrisiken eines Zahlungsausfalls sind aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wesentlich geringer, als dies beim Ausfall von Lehman Brothers der Fall war", sagt Michael Harms, Leiter der Investmentstrategie von Delbrück Bethmann Maffei. Entsprechend dürfte nicht nur eine Jahresend-, sondern auch eine Jahresanfangsrally folgen.

Das Besondere an den jüngsten Aussagen vieler Börsianer liegt darin, dass selbst gewöhnlich zurückhaltende Häuser ihre sonst übliche Haltung für kurze Zeit aufgegeben haben. "Bis Ende Januar trauen wir dem Dax noch mehr als zehn Prozent zu, so dass er dabei die Marke von 6200 bis 6300 Punkten überschreiten könnte", sagt Martin Gilles von der WestLB. Ähnlich wie Gilles argumentieren auch andere Häuser, die gewöhnlich nicht zum Lager der Optimisten gezählt werden, wie die schwedische SEB, die genossenschaftliche DZ Bank oder die stets sehr zurückhaltende Landesbank Berlin.

Einen Anstieg bis auf 6500 Punkte halten Optimisten in diesem Jahr noch für möglich

Andere sind noch optimistischer. So sieht Klaus Kaldemorgen, Leiter des Aktienfondsmanagements bei der Fondsgesellschaft DWS, den Dax in diesem Jahr gar noch in Richtung 6500 Punkte steigen. Franz Wenzel, Chefstratege bei Axa Investment Managers, hält einen weiteren Kursanstieg von zehn bis 15 Prozent vom aktuellen Niveau bei rund 5730 Punkten noch für möglich. Damit bewegt er sich im besten Fall in ähnlichen Sphären wie Kaldemorgen.

Optimisten wie Pessimisten argumentieren in die gleiche Richtung. "Letztendlich sind die anhaltend hohe Liquidität an den Märkten sowie die fehlenden Alternativen weiter der Treibstoff für Aktien", sagt Klaus Schrüfer von der SEB. Die Argumente gleichen sich zwar schon seit Wochen und Monaten, von ihrer Relevanz haben sie aber nichts verloren. Hinzu kommt die volkswirtschaftliche Komponente. "Bis Ende Januar kommt noch Unterstützung von den Gruppe aus dem V-Lager", sagt WestLB-Stratege Gilles. Damit meint er diejenigen, die nach dem steilen Abstieg bis zum Frühjahr dieses Jahres eine ebenso starke Erholung erwarten. Immerhin gibt es nicht wenige Anlageberater und Fondsmanager, die ihre Portfolios vor Jahresschluss so aufhübschen wollen.

Hinzu kommt der nicht zu unterschätzende saisonale Effekt. Der Dezember steht ebenso wie der Januar für einen der besten Aktienmonate im Gesamtjahr. Das haben die Analysten von Goldman Sachs quer durch die bedeutendsten Indizes weltweit seit 1974 zurückverfolgt. "Wir denken, es wird diesmal ähnlich", sagt Chefstratege Peter Oppenheimer. Der Grund: In Jahren, in denen sich die Börsen in den ersten elf Monate gut entwickelt haben, tendiert der Dezember dazu, besonders gut auszufallen. Für die internationalen Börsen trifft dies im bisherigen Jahresverlauf durchaus zu. Der Dax hat wie alle anderen Indizes weltweit in diesem Jahr zwar zuerst herbe Verluste eingefahren, durch die kräftigen Gewinne seither beträgt die Gesamtentwicklung seit dem 1. Januar jedoch knapp 20 Prozent. Der Dow Jones in den USA hat in dieser Zeit den gleichen Sprung nach oben gemacht, einzig der japanische Nikkei hinkt mit einem spärlichen Plus von 2,5 Prozent hinterher.

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12 Kommentare zu "Börse: Experten erwarten kräftige Rally"

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  • Na endlich, 2 Wochen nach den kassandra-Rufen des Handelsblattes geht es heute in progressiver Weise weiter. Danke...Damals betäubte wohl Jens Ehrhardt, dem immer noch Menschen ihr Geld anvertrauen, mit seinem Negativscenario die Gehirne?! Natürlich wird es aufwärts gehen, im DAX, im Eurostoxx...weil eben diese Feiglinge, die sich nicht trauten rechtzeitig die Fahene zu wechseln, mit Milliarden-Anlage-Geldern fahrlässig umgegangen sind und keine vernünftige Performance erwirtschafteten...Jetzt sollten sie mit ihren Mitteln versuchen, noch etwas vom Kuchen abzubekommen...Telekom? egal...DAX geht wohl hoch...über alle bereiche...

  • Noch einmal: Jeder möge sich frei machen von den Gurus der börse! Mir kommt das Treffen der bundesregierung mit bank(d)enführern, ähnlich wie die prospektive Aussicht von Hr. Trichet wie eine konzertierte Aktion vor. Also Firmenpleiten, Arbeitslosenzahlen, gegenwärtige wie künftige im nächsten Jahr, drohende Staatsbankrotte im nächsten Jahr, Geldentwertung als Gegenspieler oben genannter Subjekte. Was soll da wohl rauskommen? Meine Prognose für März 2010 DAX notiert minus 20%. An der börse wird halt die Zukunft gehandelt. Nicht die Gegenwart, is klar! Schönen Abend noch.

  • "Wir schwimmen in Kapital", sagt der Eigenhändler einer investmentbank in London. Dank der Niedrigzins-Politik kann sich seine bank viel Geld zu geringen Kosten besorgen. billiges Geld, damit die banken wieder Kredite vergeben - so dachten es sich die Zentralbanker. Die banken treiben den Aktienmarkt an, das haben sie schon immer getan. Der große Unterschied ist aber, dass die banken das diesmal mit den Rettungsgeldern der Staaten tun, entgegen den Vereinbarungen mit den Zentralbanken, damit Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Also eiskalter betrug, der politisch protegiert wird. Die banken verfügen über ungeheure Mengen an Kapital. Es sind Steuergelder, mit denen die Notenbanken den Markt fluten, um notleidende Unternehmen mit Kredite zu versorgen. Die staatlichen Rettungsaktionen lieferten den investmentbanken das Kapital, die börse die Anlagemöglichkeit. Das Ergebnis: die Rally. Nix Wirtschaft ankurbeln.
    Der erträumte Aufschwung - eine Fata Morgana

  • "Wir schwimmen in Kapital", sagt der Eigenhändler einer investmentbank in London. Dank der Niedrigzins-Politik kann sich seine bank viel Geld zu geringen Kosten besorgen. billiges Geld, damit die banken wieder Kredite vergeben - so dachten es sich die Zentralbanker. Die banken treiben den Aktienmarkt an, das haben sie schon immer getan. Der große Unterschied ist aber, dass die banken das diesmal mit den Rettungsgeldern der Staaten tun, entgegen den Vereinbarungen mit den Zentralbanken, damit Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Also eiskalter betrug, der politisch protegiert wird. Die banken verfügen über ungeheure Mengen an Kapital. Es sind Steuergelder, mit denen die Notenbanken den Markt fluten, um notleidende Unternehmen mit Kredite zu versorgen. Die staatlichen Rettungsaktionen lieferten den investmentbanken das Kapital, die börse die Anlagemöglichkeit. Das Ergebnis: die Rally. Nix Wirtschaft ankurbeln.
    --- Der erträumte Aufschwung - eine Fata Morgana ---

  • Die börse wird genau so lange boomen, wie die bankster vom Steuerzahler Geld zum Zocken erhalten. Sollten die bankster aber mal einen Teil der Kredite zurückzahlen müssen, z.b. die im Juni 2009 erhaltenen 442 Mrd. Euro mit einer Laufzeit von einem Jahr, dann kracht das Kartenhaus börse wie Staub in der Wüste in sich zusammen. Der erträumte Aufschwung an den börsen – eine Fata Morgana.

  • im Juni 2009 haben Europas banken von der EZb 442 Mrd. Euro fast zinslos erhalten, um die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen. Zumindest so stellten es sich die Zentralbanker vor. Doch die banken verwendeten diese Mrd. entgegen den Vereinbarungen, um an der börse zu zocken und sich gegenseitig den wertlosen Derivate-Müll abzukaufen. So soll eine Nachfrage suggeriert werden. Ein gigantischer betrug, staatlich toleriert.
    Müssten die bankster die zweckentfremdeten Mrd. wieder zurückzahlen, dann würde die börse, die ja einen Aufschwung suggerieren soll, wie Staub in der Wüste in sich zusammenbrechen, ebenso die meisten banken.
    Anstatt eine Zelle in der JVA fließen die bonis wieder in Millionenhöhe – dank der Steuerzahler. Problemlos könnte man Kredite über das Sparkassennetz an die Firmen ausreichen. Dazu brauchen wir keine Deutsche bank - ganz sicher nicht. Das einzige Problem dabei wäre, dass die Parteispenden nicht mehr so üppig wären.

  • Kauft Leute, kauft - Provisionsgewinne sind uns sicher! Das Handelsblatt täte gut daran, solche "Experten" etwas kritischer zu betrachten.

  • "Liquidität Geld war selbst zu den schlimmsten Krisenzeiten genug am Markt vorhanden. Nur dass billionen von Euro und Dollar am Geldmarkt geparkt wurden und damit den Märkten quasi entzogen waren. "
    bullsh*t!! So ein generisches blabla, der ganze Artikel

  • Wie schon in den vergangenen 100 Jahren wird der Dax
    steigen und steigen und steigen...und wer nur lange genug die Realität ausblendet,wird richtig reich.

  • Der gute Kaldemorgen hat mit seinen fonds gerade mal 30% geschafft diese Jahr,hätte er alles in einen indextracker rein wäre die Rendite doppelt so hoch ausgefallen,soviel zu Expertenmeinungen.

    Keiner hat eine Glaskugel und nicht zu vergessen,die ganzen Experten arbeiten für Läden die alle nicht mit eigenem Geld arbeiten,Entweder Kundengelder oder Notenbankgeld,d.h wenn Verluste entstehen ist es auch nicht so schlimmm.
    Schlimm diese sogenannten Experten

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