Börse Moskau
Der Rubel rutscht, Analysten sagen "kaufen"

Der Rubel hat zuletzt ganz schön was einstecken müssen. In der Folge verloren auch die Aktienkurse. Experten wittern bereits günstige Einstiegschancen. Doch die Meinungen gehen weit auseinander.
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MoskauDen ganzen Mai befand sich der Rubel im freien Fall. Am Ende büßte die russische Währung 15 Prozent im Vergleich zum US-Dollar ein. Dieser wurde zwischenzeitlich zu knapp 34 Rubel gehandelt - der tiefste Stand seit drei Jahren. Inzwischen hat sich der Rubel-Kurs zwar wieder gefangen. Doch der Wertverlust weckt in Russland Erinnerungen an die Finanzkrise von 2009 oder - noch schlimmer - an die Rubel-Krise von 1998.

Die Zentralbank verkaufte in den vergangenen Tagen mehrere Hundertmillionen Dollar auf dem Binnenmarkt und erwartet jetzt eine Stabilisierung des Rubel-Kurses. Der Wertverlust des Rubels hat auch für den Aktienmarkt Folgen, doch können die Anleger die jüngsten Währungsschwankungen gelassen sehen, meint Matthias Siller, Fondsmanager und Russland-Experte bei Barings Asset Management. Die Kombination aus Rubel-Abwertung auf der einen und niedrigem Ölpreis auf der anderen Seite sei gut für den Aktienmarkt. Siller rechnet mit einem "kurzen Schmerz" durch die sinkenden Kurse. Danach sei die Aussicht aber "besser als zuvor".

"Der Sturz des Rubels führt insbesondere bei ausländischen Investoren zu zusätzlichen Verlusten über die Verluste am Aktienmarkt hinaus", sagt Peter Reichel, Osteuropa-Fachmann und Leiter des Bereichs Private Vermögensverwaltung bei der Berenberg Bank in Hamburg. "Der zwischenzeitlich abgewertete Rubel stellt aber auf der anderen Seite eine Investment-Gelegenheit dar."

Der russische Aktienindex RTS ist günstig bewertet und hat seit den Hochständen Anfang März knapp 30 Prozent verloren. Seit Jahresanfang sind es mehr als sechs Prozent. Seit Anfang Juni aber steigt er wieder. Analysten rechnen damit, dass die Volatilität in den nächsten Wochen anhalten wird. Die Sorge um eine globale Abschwächung der Wirtschaftsdynamik dürfte den Öl- und Gaspreis weiter belasten, sagt Reichel. Davon ist die russische Wirtschaft sehr stark abhängig. Etwa die Hälfte des Steuereinkommens generiert der Staat aus dem Energiesektor.

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