Börse Moskau profitiert von hohen Ölpreisen und guten Unternehmensnachrichten
Analysten setzen auf eine Renaissance russischer Aktien

Wer in russische Aktien investiert, braucht starke Nerven. In den vergangenen Wochen hat die Moskauer Börse eine wahre Achterbahnfahrt hinter sich gebracht. Doch ungeachtet der jüngsten Turbulenzen halten die meisten Analysten den russischen Aktienmarkt noch immer für attraktiv.

MOSKAU. Seit dem 9. April sackte der Moskau Leitindex RTS von 780 auf 576 Punkte ab und vernichtete damit die seit Jahresbeginn gemachten Gewinne. Allerdings hat sich der Index seit dem 11. Mai wieder auf 616 Punkte erholt. Al Breach, Chefökonom von Brunswick UBS in Moskau hält denn auch unvermindert an seinem Jahresziel für den RTS-Index von 900 Punkten fest.

Grund für den Optimismus: Die Rahmenbedingungen für die russische Wirtschaft und ihre wichtigsten Unternehmen sind beinahe ideal – der Ölpreis erreicht immer neue Höchststände, davon profitieren die russischen Förderer. Zudem hat die Wiederwahl von Präsident Wladimir Putin den Stabilitätskurs des Landes bestätigt. Die Alfa-Bank, Russlands größtes privates Geldhaus, rechnet inzwischen für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 8%. Und die Ratingagentur Standard & Poor´s hat angekündigt, dass Russlands Bonität bald auf den so genannten Investment Grade hochgestuft werden könnte. Die Kollegen von Moody´s haben diesen Schritt bereits voriges Jahr vollzogen, eine entsprechende S&P-Wertung würde Russland endgültig in den Fokus internationaler Pensionsfonds und Vermögensverwalter rücken. Viele Großinvestoren dürfen nur in Aktien und Anleihen investieren, die die Ratingagenturen mindestens mit Investment Grade bewerten. „Ich möchte nicht über den Zeitpunkt der Verleihung des Ratings spekulieren. Aber was wir jetzt sehen ist, dass in Russland alles in die richtige Richtung läuft“, meint S&P-Manager Konrad Reuss.

Den Absturz von Aktien- und Anleihekursen erklären Moskauer Analysten vor allem mit der Furcht vor einer Zinserhöhung in den USA und der Angst vor der Fernwirkung steigender Leitsätze auf die Emerging Markets. Daneben schade die Diskussion um eine Abkühlung der boomenden chinesischen Konjunktur der traditionell von Rohstoffwerten dominierten Moskauer Börse.

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