Börse wartet auf den Ausstieg des Bundes aus Post und Telekom – Weitere Privatisierung würde neues Potenzial bieten
Staatsbeteiligungen belasten Börsenkurse

Anleger erhoffen sich von einem Großaktionär Sicherheit, Kontrolle und Stabilität. Doch wenn sich hinter dem Mehrheitseigner ein verschuldeter Staat verbirgt, schwächt das nicht nur die Hoffnung, sondern auch den Kurs der Aktie.

der/pam/pk DÜSSELDORF. Schon seit Jahren leiden die Telekom-Titel und Post-Papiere unter der Staatsbeteiligung. Denn immer mal wieder grassiert an der Börse die Angst, dass der Bund oder die KfW Bankengruppe die Aktien aus dem Staatsbesitz an den Markt bringen werde.

Erst am Dienstag kamen die Kurse der beiden Dax-Schwergewichte erneut in Bedrängnis, nachdem Bundesfinanzminister Hans Eicher angekündigt hatte, die Lücke im Haushaltsplan mit Privatisierungserlösen zu stopfen. Insgesamt soll der Etat zunächst mit über 15,45 Mrd. Euro aus dem Verkauf von Anteilen an der Telekom und Post angereichert werden. Spätestens 2006 will sich der Bund von sämtlichen Anteilen an den beiden Konzernen trennen.

„Jedes Mal, wenn seitens der Politik wieder Verkaufsgerüchte aufkommen, kostet es die Aktien an Wert“, sagt Thomas Friedrich, Anlageexperte bei der Hypo-Vereinsbank. Zwar sind sich die Analysten daher einig, dass die angedachte Platzierung der Pakete die Kurse kurzfristig drücken würde. Insgesamt werten sie den Rückzug des Staates allerdings positiv.

Auch Anleger sollten sich wegen der kurzfristigen Risiken nicht allzu sehr von den Plänen der Bundesregierung verunsichern lassen. „Langfristig werden die Vorteile eindeutig überwiegen“, sagt Holger Bosse, Finanzexperte bei Helaba Trust. Spätestens, wenn die zunächst bei der KfW Bankengruppe, die wiederum zu 80 Prozent dem Bund gehört, geparkten Papiere an den Markt gebracht werden. Damit seien nicht nur die Unsicherheiten vom Tisch. Mit höheren Streubesitz werden die Aktien für institutionelle Anleger interessanter. Außerdem würden ausländische Investoren, die staatsnahe Unternehmen noch immer äußerst skeptisch bewerten, vermehrt auf Post und Telekom achten und somit die Kurse weiter antreiben, sagt Peter Worel von der BayernLB.

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