Börsen-Psychologie
"Der Anleger ist verängstigt"

Beim Aktienkauf zögern momentan viele Anleger. Zu unsicher erscheint die Lage wegen der Griechenland-Krise. Börsen-Psychologe Joachim Goldberg erklärt, woher die Angst kommt - und wie man sie vertreiben kann.
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Handelsblatt: Der Dax steht bei über 7200 Punkten recht gut da und dennoch ist von einer schlechten Stimmung im Markt die Rede. Warum?

Joachim Goldberg: Der private Anleger in Deutschland ist verängstigt. Obwohl sich die Aktienkurse derzeit wegen des Kapitals aus dem Ausland recht gut halten, sind die Anleger enorm zurückhaltend.

Woran liegt das?

Vor allem die Griechenlandkrise verunsichert.

Heißt es nicht: „Kauft, wenn die Kanonen donnern!“?

Aber die Kanonen donnern ja nicht. Wenn die Politiker schon bei den Verhandlungen um eine Griechenlandlösung so zögerlich sind: Wo soll da der Mut der Anleger herkommen? Als Marktteilnehmer werden sie derzeit permanent an den Abgrund der Entscheidungen geführt. Keine Prognose für Aktien bis Jahresende ist derzeit eigentlich seriös, weil niemand wirklich weiß, was am Ende beim Griechenland-Problem herauskommt. Ich kann die zögerliche Haltung der privaten Anleger verstehen.

Ist Griechenland der einzige Grund?

Aktien zeigen im langjährigen Vergleich auch keine überragende Wertentwicklung. Und der Flash-Crash in den USA im Mai 2010, als der Dow Jones binnen Minuten fast 1 000 Punkte verlor, hat auch viele verschreckt.

Ist das bei institutionellen Anlegern anders?

Auch institutionelle Investoren setzen derzeit eher auf Sicherheit. Ihre Stimmung ist sicher ausgeglichener, aber auch sie sind eher pessimistisch. Das sichert die Aktienkurse nach unten ab. Negativ überraschen kann eigentlich nur noch, wenn eine Einigung über die Hilfen für Griechenland scheitert oder die USA ihr Haushaltsproblem nicht lösen können.

Was könnte die Ängstlichkeit auflösen?

Eine sichtbare Lösung für Griechenland könnte die Angst vertreiben.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland

Kommentare zu " Börsen-Psychologie: "Der Anleger ist verängstigt""

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  • Es läuft ein Kampf von Euro gegen US um die Position der Reservewährung. Es gibt einen Kampf von reichen Familien gegen Staaten und einen von Staaten und reichen Familien gegen Mittelstand und Bürger. Es droht die Gefahr von großen Staatspleiten, inkl. Deutschland. Die Zukunft des Euro ist keineswegs sicher. Das gesamte Finanzsystem des Planeten steht auf dem Spiel. Wie soll da bitte Anlegervertrauen entstehen?

  • den Beitrag hätten Sie sich sparen können.

    wo liegt denn hier die Info?

  • Nein, der Anleger wird nur in seiner Gier gezügelt. Gier macht bekanntlich dumm. Und hin und wieder schadet es nicht wenn der "Gierige" wieder auf den Boden der Realität zurückgeführt wird. Marktwirtschaft eben...

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