Börsenausblick: Keine Angst, der Dax ist noch nicht am Ende

Börsenausblick
Keine Angst, der Dax ist noch nicht am Ende

Fiskalklippe, Euro-Krise, Rezession - die Ängste der Anleger sind mannigfaltig. Droht im kommenden Jahr der große Börsencrash? Nein, eher das Gegenteil. Warum sich der Dax wacker hält.

Düsseldorf2013 wird ein Jahr der Aktie. Der Dax kann gar nicht anders, als weiter zu klettern; vielleicht nicht so stark wie in diesem Jahr – der Index hat fast 30 Prozent gewonnen – aber ein kleines Plus sollte doch drin sein. Wie bitte, schreien die Skeptiker auf. Spricht nicht alles dafür, dass der nächste Crash unmittelbar bevorsteht?

Zugegeben, im Moment sieht es nicht nach einer Rally an den Aktienmärkten aus. Die Titanic steuert geradewegs auf einen riesigen Eisberg zu. Die Rede ist von der sogenannten „Fiskalklippe“ in den USA. Zum Jahreswechsel laufen Steuervergünstigungen für alle Amerikaner aus, gleichzeitig werden automatische Kürzungen im Haushalt greifen. Damit hätten die Verbraucher weniger Geld im Portemonnaie, der Staat könnte weniger Aufträge erteilen. Mehr als 600 Milliarden Dollar könnten so der US-Wirtschaft auf einen Schlag entzogen werden.

Die Fiskalklippe hat das Zeug dazu, die größte Volkswirtschaft der Welt in eine Rezession zu stürzen – und alle Prognosen für die Aktienmärkte schon zunichte zu machen, bevor das Jahr überhaupt richtig begonnen hat. Nur noch wenig Zeit bleibt Republikanern und Demokraten, um im Kongress einen Kompromiss auszuhandeln. Noch besteht die Chance, dass sich beide Parteien in letzter Minute einigen.

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Wohin mit dem Ersparten?

Vergleich durchschnittlicher Renditen


Bei all dem Gerede über das parteipolitische Gezänk in den USA, gerät die Euro-Krise fast in den Hintergrund. Aber das kann sich schnell ändern. Man müsse den klaren Willen zeigen, die eigentliche Ursache, nämlich die Konstruktionsfehler der Euro-Zone, zu beheben und eine echte Wirtschafts- und Fiskalunion zu institutionalisieren, sagt Jens Wilhelm, der im Vorstand von Union Investment die Anlagestrategie verantwortet. „Das braucht allerdings noch einige Jahre, und die größte Gefahr ist, dass der Reformwille erlahmt, sobald der Finanzmarktstress nachlässt“, so Wilhelm.

Auch im kommenden Jahr werden Investoren und Spekulanten jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um zu testen, wie ernst es die politisch Verantwortlichen mit dem Euro meinen; und wie ernst es die Regierenden in den Krisenstaaten mit den Sparmaßnahmen meinen.

In Italien droht Silvio Berlusconi mit einer Rückkehr. Sollte der Papagallo mit einem Wahlkampf gegen den Euro (und gegen das deutsche Spar-Diktat) einen Erfolg erringen, wird es an den Märkten ungemütlich werden.

Im Notfall könnte wieder – wie schon in diesem Jahr – die Europäische Zentralbank einspringen, indem sie Anleihen der der Krisenstaaten aufkauft, die Banken mit Kapital versorgt und den Leitzins niedrig hält.

Das heißt auch: Die Zeit der niedrigen Zinsen wird so schnell nicht enden, auch wenn sich die Notenbank damit immer weiter von ihrem eigentlichen Auftrag entfernt.

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