Börsenbriefe
Die Formel für das schnelle Geld

Mehr als 100 Millionen Euro hat die Deutsche Bank mit den Zertifikaten nach der geheimen TSI-Formel eingesammelt. Inwieweit die Zeitschrift „Der Aktionär“ rund um ihren schillernden Verleger Bernd Förtsch davon profitiert, bleibt im Dunkeln.

DÜSSELDORF. Dies ist eine Geschichte über Geld. Und es ist eine Geschichte über Journalisten, die die Grenzen ihres Metiers sprengen und sich ganz wohl dabei fühlen. Die Akteure der Geschichte können sich auf den Medienrechtsexperten Professor Robert Schweizer berufen, der sagt: „Es gibt keinen juristischen Grundsatz, der es einem Journalisten vorschreibt, ausschließlich publizistisch tätig zu sein.“ Damit ist es schließlich eine Geschichte über Glaubwürdigkeit.

Die Geschichte beginnt mit einer Zwei-Mann-Show. Zuerst tritt Steffen Scheuble auf, 26-jähriger Derivateexperte der Deutschen Bank. Mit wenigen Powerpointfolien macht der Banker dem Publikum auf Messen oder Seminaren klar: Beim Geldanlegen sollte man sich nie auf seinen Bauch verlassen. Es gibt schließlich Experten.

Wie etwa Alfred Maydorn, der nach Scheuble antritt. Ein Mann, Jahrgang 1968, mit bewegter Börsenvergangenheit. Maydorn fungierte in den letzten zehn Jahren als Börsenjournalist, Herausgeber des „Internet Reports“ und später des „Maydorn Reports“, schrieb als stellvertretender Chefredakteur beim Anlegermagazin „Der Aktionär“, gab Tipps über teure Hotlines, berät auch, je nach Börsenlage mit stark wechselndem Erfolg, Investmentfonds.

Was der hagere Mann den Zuhörern nun erklärt, das bringt die Deutsche Bank in ihren Werbeunterlagen auf einen einfachen Nenner: die Millionenformel. Sie ist die Grundlage für inzwischen drei Zertifikate des Duos „Der Aktionär“ und der Deutschen Bank, welche die Kursentwicklung von Aktien mit schwungvollem Kursanstieg verbriefen. „583 Prozent sind möglich“, titelt Maydorns Internetseite „maydorn-report.de“.

Üppige Renditeverheißungen und Schlagworte wie „Millionenformel“? Da werden Erinnerungen an den Börsenboom der späten 90er-Jahre und den folgenden Crash wach – und an viele Anleger, die für ihr blindes Vertrauen teuer bezahlten.

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