Börsengerüchte
Anleger zeigen „Herz“ für Tui-Aktie

1,4 Milliarden Euro dürfte die Herz-Familie mit dem Verkauf ihrer Puma-Aktien erhalten haben. Und das Geld soll wieder reinvestiert werden. Von den Spekulationen, wo das Geld hinfließen soll, profitiert am heutigen Mittwoch die Tui-Aktie mit einem rasanten Kursanstieg.

HB DÜSSELDORF. Gerüchte um einen Einstieg der Herz-Familie bei Tui haben Händlern zufolge die Aktien des Reisekonzerns am Mittwoch getrieben. Tui-Titel stiegen um zeitweise deutlich mehr als vier Prozent auf bis zu 19,60 Euro. „Es wird spekuliert, dass die Herz-Familie beim Reise- und Schifffahrtskonzern Tui einsteigen könnte, nachdem sie bei Puma ausgestiegen ist“, sagte ein Händler.

Die Tchibo-Erben Günter und Daniela Herz haben ihren rund 27-prozentigen Anteil am fränkischen Sportartikelhersteller an den Luxusgüterkonzern PPR verkauft. Tui und die Beteiligungsgesellschaft Mayfair der Geschwister Herz lehnten Stellungnahmen zu den Gerüchten ab. In der Beteiligungsgesellschaft Mayfair am feinen Hamburger Jungfernstieg managen Günter Herz und seine Schwester Daniela Herz-Schnoeckel ihr Vermögen. Gestern hatte Rainer Kutzner, Geschäftsführer der Mayfair Vermögensverwaltungsgesellschaft, dem Handelsblatt gesagt: „Wir wollen das Geld reinvestieren und suchen Beteiligungsmöglichkeiten bei Markenartiklern und Konsumgüterherstellern“. Mayfair hält ein knappes Dutzend kleinerer Firmenbeteiligungen, soll aber bald die Schiffsklassifzierungsgesellschaft Germanischer Lloyd übernehmen. Die hatte Günter Herz Ende 2006 für 575 Millionen Euro gekauft.

Die Tui-Aktie war im vergangenen Jahr mit einem Verlust von mehr als zehn Prozent größter Verlierer im Dax, der 2006 rund 22 Prozent zugelegt hat. Doch seit Jahresanfang hat das Wertpapier fast 40 Prozent zugelegt. Vor allem die Fusion mit dem britischen Reisekonzern First Choice sorgte für einen Kurssprung.

Analysten sind skeptisch zur Zukunft des Tui-Konzerns – zumal das Unternehmen eine tiefrote Bilanz mit einem Verlust von 845 Mill. Euro vorlgelegt hat. Dieses Minus kam im Wesentlichen durch Firmenwertabschreibungen zustande. Die Kursziele der Experten liegen laut Handelsblatt Analystencheck deutlich unter dem aktuellen Kurs. „Das Papier bleibt aufgrund der geringen Eigenkapitalquote für den sicherheitsorientierten Anleger ungeeignet“, schreibt beispielsweise die Bayern LB in einer Studie vom 2. April.

Charttechnisch befindet sich die Tui-Aktie nach Einschätzung von Experten der Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt in einer Bodenbildungsphase. Die wichtigsten Widerstände liegen im Bereich zwischen 19,54 und 20,91 Euro. „Gelingt der Tui-Aktie sogar der Sprung über die Marke von 20,91 Euro, dürfte mittelfristig die zuvor genannte obere Trendkanalbegrenzung von 24,64 Euro angepeilt werden“, heißt es in der Analyse vom gestrigen Dienstag.

Der Chart der Tui-Aktie

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