Börsenguru Felix Zulauf
„Als nächstes ist Italien dran“

Der Euro wird auseinanderbrechen. Das zumindest erwartet der Börsenguru Felix Zulauf. Mit dem Schweizer Investmentbanker sprach das Handelsblatt über seine Börsenerwartungen.
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FrankfurtHerr Zulauf, Sie waren immer ein großer Kritiker des Euros. Wie geht die Krise weiter?

Felix Zulauf: Nie wurden Schuldenprobleme durch noch mehr Schulden gelöst. In Griechenland spielt sich ein episches Drama ab. Die Griechen sind pleite, die Iren auch, die Portugiesen sind nahe dran.

Wer ist der nächste?

Spanien steht noch gut da, aber die Sache wird wie in Irland ausgehen. Die Spanien-Anleihen werden nicht richtig gepreist. Hier manipuliert die Europäische Zentralbank die Kurse.

Sind damit die Krisenländer abgezählt?

Nein, es fehlt Italien. Die Einlagen der Kunden bei den Banken sinken. Wir erleben einen Bank-Run in Zeitlupe. Die Banken in Italien wie auch in Spanien werden mit immer kurzfristigeren Mitteln refinanziert. Bald wird in Italien der größte Käufer der Staatsanleihen ausfallen. Das heißt: Die Renditen müssen steigen. Und die Bombe in Italien wird noch in diesem Jahr platzen.

Kann der Euro das aushalten?

Nein. Die Märkte wollen ein Aufbrechen des Euros, mit einem Wertverlust von 40 bis 50 Prozent in den Peripherieländern. Die Politiker wollen den Euro retten. Das geht aber nur über eine schwache Währung und hohe Inflation.

Und die anderen Währungen?

Keine ist gesund. Auch der Dollar ist schwach. Nur die Amerikaner glauben, dass sie mit 10 Prozent Staatsdefizit jedes Jahr leben können und die US-Notenbank ihre Bilanz immer weiter ausweiten kann.

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Kommentare zu " Börsenguru Felix Zulauf: „Als nächstes ist Italien dran“"

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  • @ Popper – Lehmann war 2008, HRE folgte auf Lehmann, Griechenland folgte auf HRE. 2004 aber ueberstieg die Schuldenquote schon die als Hoechstgrenze akzeptierten 60%. Des BIP. Jedes Jahr werden neue Gruende gefunden, warum die Verschuldung schneller steigen muss, als das BIP. Darf ich folgende Web Site empfehlen: http://www.staatsverschuldung.de/schuldenuhr.htm ?

  • Wir hatten oder haben immer noch eine Finanzkrise. Die Verschuldung ist nur deshalb so exorbitant gestiegen, weil die Regierung riesige Rettungsschirme aufgelegt hat und Banken wie die HSE u.a. gerettet hat. Auch, wenn die Verschuldung auf über 70% des BIP angestiegen ist, widerlegt dies nicht meine Aussage, das Schulden des Staates nicht so zu sehen sind, wie uns das immer wieder von Politikern und den Medien suggeriert wird.

  • @Kaiserbubu
    "Man könnte mit einem "Haircut über Nacht alle Schulden tilgen, wenn man wollte. Die "andere Seite" würde es gar nicht merken, nur wundern warum die wundersame Geldvermehrung mal einen Moment aussetzt."

    Was für ein genialer Satz !
    Denn die Frage lautet:

    Geld ist doch als universelles Tauschmittel das Äquivalent für Dienstleistungen und Waren ( Werte ).
    Damit niemand mehr mit 20 Hühnern unterm Arm auf den Markt muss, um diese gegen eine Schubkarre zu tauschen.

    Wie kann ein Land mit postitiver Außenhandelsbilanz, dass viel mehr Dienstleitungen und Waren herstellt, als es selbst verbraucht, sowie Deutschland, überhaupt verschuldet sein ???
    Denn es bleibt bilanztechnisch ja ein Guthaben, für das ein anderer etwas schuldet. Soll=Haben. Schulden der einen=Guthaben des anderen.

    Die Antwort: Gar nicht ! Nicht physisch, nur in Papier.
    Die Staatsschulden sind substanzlos.
    Sie entstehen, weil das universelle Tauschmittel, die Währung, welche die Dienstleistungen und Waren umlaufen lässt, gegen Zinsen geborgt ist.

    Geld regiert die Welt.
    Aber wer regiert das Geld ?

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