Börsenjahr 2009
Keiner schlägt den Markt

Die Entwicklung der Börsenkurse kann niemand vorsehen. Viele Börsianer glauben trotzdem, durch geschicktes Kaufen und Verkaufen könnten sie eine Überrendite erzielen. Sie irren. Psychologische Faktoren durchkreuzen immer wieder das rationale Verhalten der Anleger.
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MANNHEIM. Das Börsenjahr 2009 startete mit einem verhaltenen Optimismus: Das Schlimmste schien nach den sehr starken Kursverlusten in 2008 hinter uns zu sein. Die Kurse hatten sich in den beiden letzten Monaten des Jahres 2008 stabilisiert. Umso dramatischer war der Kurseinbruch in den ersten beiden Monaten dieses Jahres: In dieser Zeit verlor zum Beispiel der Dax rund 25 Prozent.

Doch seither steigen die Kurse wieder. Bis Mitte Dezember gewann der Dax seit Jahresbeginn fast 30 Prozent, bezogen auf den Tiefstkurs Ende Februar sogar mehr als 50 Prozent. Besonders dramatisch war der Anstieg in den Emerging Markets: Hier legten die Kurse in Dollar notiert bis Mitte Dezember um 75 Prozent zu. Auch der iBoxx Euro Sovereign als ein Maß für die Rentenmärkte und verschiedene Rohstoffindizes entwickelten sich positiv.

Börsenkurse folgen einem Zufallsprozess

Angesichts der noch unsicheren konjunkturellen Situation haben sich viele über diesen starken Trend gewundert. Manche eherne Börsenregel schien in diesem Jahr nicht zu gelten. Angesichts dieser Unsicherheiten versuchen nun einige, die Märkte mit einem verhaltenstheoretisch fundierten Ansatz zu erklären und mit dieser sogenannten Behavioral Finance die Marktentwicklung vorherzusagen.

Zur Entwicklung der Börsenkurse können Forscher leider wenig sagen: Sie folgen einem Zufallsprozess mit einem positiven Drift und sind nicht vorhersagbar. Es gibt noch keine modernen Kapitalmarktmodelle, die auf erweiterten verhaltenswissenschaftlichen Annahmen basieren, breit akzeptiert sind und erfolgreich getestet wurden. Die Forschung steckt hier erst in den Kinderschuhen.

Relativ viel aber wissen wir über das Anlegerverhalten und auch darüber, wie dieses systematisch vom optimalen Verhalten abweicht. Im Folgenden wird dazu ein typischer individueller und ein typischer institutioneller Anleger betrachtet und dessen Verhalten im Börsenjahr 2009 unter Behavioral-Finance-Gesichtspunkten analysiert.

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