Börsenplatz Polen
Experten erwarten Kursgewinne an der Warschauer Börse

Aktienanalysten schauen mit Optimismus auf die Warschauer Börse. Die Unternehmen profitieren vom Konjunkturaufschwung, das Geschäft mit Neuemissionen zieht viele Anleger an. Besonders beim Bau, den Dienstleistungen und der Finanzbranche soll es weiter nach oben gehen.

WARSCHAU.. „Die Kurse der wichtigsten Werte werden im Jahresverlauf um etwa 20 Prozent zulegen“, erwartet Piotr Kaczmarek von der ING Bank. Andere Experten würden sich auch schon mit zehn bis 15 Prozent zufrieden geben, wie sie sagen. „Immerhin dauert die Hausse mit einigen Unterbrechungen seit vier Jahren an“, heißt es auf dem Parkett. Im vergangenen Jahr hatte der Warschauer Index WIG um 40 Prozent zugelegt und dabei erstmals auch die historische Höchstmarkte von 50 000 Punkten übersprungen. Und dieser Aufschwung, das zeigen die Kurse im Januar, hält an.

Die Analysten begründen ihre Zuversicht insbesondere mit der guten wirtschaftlichen Konjunktur Polens, von der vor allem die großen Börsengesellschaften profitieren. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche erwartet für 2007 einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von fünf Prozent. Das Wirtschaftsinstitut der Polnischen Akademie der Wissenschaften geht sogar von sechs Prozent aus.

„In diesem Jahr wird sich das Interesse der Anleger insbesondere auf die Werte des Bausektors, des Dienstleistungssektors und des Bankwesens richten“, meint Piotr Kaczmarek. Schon im letzten Jahr hatte der Warschauer Index für Bauwerte (WIG-Budownictwo) um 144 Prozent zugelegt. Der Einsatz moderner Software werde die Börsengesellschaften dieser Branche weiter nach vorne bringen, sagen Analysten.

Einen kräftigen Schub für die ganze Wirtschaft erwarten sich die Experten außerdem von Hilfsgeldern aus EU-Fonds. Polen erhält in den Jahren 2007 bis 2013 insgesamt 60 Mrd. Euro an Strukturhilfen von der EU. Die Regierung von Premier Jaroslaw Kaczynski hat ein Gesetz verabschiedet, das den Einsatz dieser Mittel insbesondere bei Investitionen in die Infrastruktur effektiver macht. Das Institut für marktwirtschaftliche Forschungen (IBnGR) geht davon, dass die Investitionstätigkeit in der polnischen Wirtschaft in diesem Jahr um etwa 17 Prozent ansteigen wird.

Für eine starke Belebung des Börsengeschäfts sorgen nicht zuletzt die 15 privaten Pensionsfonds, die im Rahmen der polnischen Rentenversicherung aktiv sind. Sie finanzieren sich auch auf dem Kapitalmarkt und haben zu diesem Zweck allein im letzten Jahr Aktien im Wert von 20 Mrd. Zloty (umgerechnet gut fünf Mrd. Euro) gekauft. Diese Fonds, die inzwischen etwa zwölf Millionen Mitglieder haben, erzielen seit Jahren Gewinne. Ihr Kapital ist seit 1999 jährlich um Werte zwischen sieben und 15 Prozent gestiegen und umfasst gegenwärtig etwa 100 Mrd. Zloty.

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