Börsenrally
Aktien verkaufen und Urlaub machen

Die Rally an den Märkten dauert nun schon mehr als sechs Jahre. Vor allem in den vergangenen zwölf Monaten verbuchten Anleger dicke Gewinne. Ein prominenter Experte rät nun, auszusteigen und lange Urlaub zu machen.
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Dubai/DüsseldorfZeit für Gewinnmitnahmen? Zumindest wenn es nach Steen Jakobsen geht. Der Chefvolkswirt von Saxo Bank empfiehlt Anlegern, alle Aktien zu verkaufen, die sie in den vergangenen zwölf Monaten erworben haben. Den Erlös sollten sie als Barmittel halten und sechs Monate Urlaub vom Markt machen. Eine verfrühte Form von „Sell in May and go away“ quasi.

Doch Jakobsen begründet seine Ratschlag nicht mit Saisonalitäten an der Börse sondern mit der Politik der amerikanischen Notenbank. Der wahrscheinliche Anstieg der US-Zinsen werde die Marktvolatilität verstärken und drohe, alle Gewinnen zunichte zu machen, die Investoren in den vergangenen zwei Jahren erzielt hätten, sagte Jakobsen in einem Interview in Dubai. Auch unter einem verlangsamten Wirtschaftswachstum in den USA und China würden Aktieninvestoren leiden. Im vergangenen Jahr hatte Jakobsen einen Rückgang der Ölpreise auf weniger als 80 Dollar je Barrel vorausgesagt.

„Reduzieren Sie Ihr Aktienportfolio auf das Niveau, das es am 1. Januar letzten Jahres hatte, halten Sie das Geld in bar und nehmen Sie sich schön lange Sommerferien“, sagte der 50-Jährige, der bei der dänischen Bank auch Investmentchef ist. „Sie werden kein Geld verdienen, aber sie vermeiden das Abwärtsrisiko.“

Die Abkühlung des chinesischen Immobilienmarkts belastet das Wirtschaftswachstum und drückt die Nachfrage nach Kupfer, Stahl und anderen Rohstoffen. Die jüngsten Daten zu den Konsumausgaben aus den USA deuten an, dass der größte Teil der Wirtschaft seinen Schwung womöglich nicht aufrechterhalten kann, nachdem die Ausgaben zuletzt das stärkste Quartalswachstum seit 2006 erreicht hatten.

Der Wert der weltweiten Aktien ist seit Jahresbeginn bis einschließlich Montag um fünf Prozent gestiegen, so stark wie seit Ende 2013 nicht mehr. Um ihre Volkswirtschaften zu stützen, weiten Zentralbanken von Europa bis Asien ihre Konjunkturpakete aus und lockern ihre Politik. Der S&P 500 Index steht vor einem neunten Quartalsanstieg in Folge - die längste Gewinnstrecke seit 1998.

Die Niedrigzinsen und die Impulse der Zentralbanken dauerten nun schon so lange, dass ihre Fähigkeit, das Wachstum zu stützen, erlahmt sei, so Jakobsen. Die meisten Aktien seien dadurch mittlerweile auch überbewertet. Es gebe noch einige Investmentgelegenheiten in den Bereichen Energie und Bergbau, wo der Mittelabzug im Gefolge des Ölpreisverfalls übertrieben worden sei, sagte er.


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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse

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  • Niedrige Zinsen werden die Aktien weiter stützen, und das durch die EZB noch über Jahre. Deshalb ist die alternative Anlage in Anleihen derzeit kaum eine Kokurrenz. Trozdem ist mit volatilen Aktienmärkten zu rechnen. Große Kursverluste kann man nur mit einer vorher definierten Strategie umschiffen. Alle Aktien auch mal nach gewissen Marktparametern zu verkaufen macht durchaus Sinn. Hier die Beschreibung eines Anlagemodells über 23 Jahre:
    http://www.rs-depot.de/strategie.html

  • Falsch, und leider als Mythos aus den Köpfen der Bevölkerung kaum auszumerzen.

    Die Dividenden und Veräußerungsgewinne sind bereits mit jährlicher Körperschaft- und Gewerbesteuer und SolZ der ausschüttenden Kapitalgesellschaft in höhe von ca. 30 % vorbelastet. nun rechnen Sie mal.

    Zudem wird derjenige, welcher selbst aus bereits versteuertem Einkommen und in Eigenregie Eigenvorsorge betreibt, statt der Allgemeinheit zur Last zu fallen, bestraft, indem im sein Vermögensaufbau massiv beschnitten wird.

    Es werden zudem auch Scheingewinne besteuert, da kein Teuerungsausgleich abgezogen wird.

    Die nunmehr unbegrenzte Steuerpflicht ist rein fiskalisch motiviert, damit die Nomenklatura noch mehr Gelder sinnlos verballern und den gigantischen unproduktiven und überflüssigen Bürokraten- und Lobbyapparat noch weiter ausbauen und fürstlich versorgen kann.

    Und die Lobby-Rürup- und Riester-Renten, die werden steuerlich subventioniert. Fragen

  • Bitte erklären Sie mir mal das sozialistische an der Abgeltungssteuer. In meinem ersten Beruf zahle ich 40% auf mein Einkommen, bei meinen Einkünften als Trader zahle ich aber nur 25% + Soli. Also wenn das keine Bevorzugung von Kapital vor Arbeit ist, was denn dann?
    Nichts für ungut, aber Ihre Sicht habe ich nicht verstanden.

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